VW und Facebook

Trotz Krise – Rekordgewinne

Facebook hat neue Quartalszahlen veröffentlicht: Das soziale Netzwerk hat seinen Gewinn um 31 Prozent steigern können, obwohl das Unternehmen in einem großen Datenskandal steckt. Bei VW sieht es – trotz Abgas-Skandal – ähnlich aus. Wie kann das sein?

Sina Fröhndrich aus unserer Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion erklärt, dass die Aktie zwar richtig eingeknickt ist – sie ist fast ein Viertel weniger wert als im letzten Quartal – aber als der Datenskandal öffentlich wurde, war die Aktie noch viel weniger wert als heute. Außerdem gab es in Europa zuletzt weniger aktive Nutzer. Facebook stehe aber trotzdem nicht schlecht da, sagt Sina.

"Facebook ist und bleibt eine Geldmaschine."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion

Das Netzwerk verdiene sein Geld immer noch zu 98 Prozent durch Werbung, so Sina. Damit setze das Unternehmen 11 Milliarden Euro um, was einen Rekordumsatz und einen Rekordgewinn bedeute. Facebook bleibe eine Geldmaschine. "Das liegt einfach daran, dass, wer viele Menschen erreichen will, nicht um Facebook herum kommt", sagt Sina. In Deutschland hätte die Commerzbank es mal ohne den Konzern versucht und verkündet, nicht mehr in dem Netzwerk zu werben. Nach vier Wochen war diese Pause schon vorbei.

Volkswagen hat sich berappelt

Auch dem Autobauer VW geht es gut. Wegen der manipulierten Abgaswerte musste VW mehr als 20 Milliarden Dollar in den USA zahlen, zuletzt wurde hier in Deutschland ein Bußgeld von einer Milliarde Euro verhängt. 2017 hat der Konzern seinen Gewinn aber verdoppelt auf 11 Milliarden Euro. VW ist somit der größte Autobauer der Welt, vor Toyota und General Motors und hat das beste erste Halbjahr in der Unternehmensgeschichte.

"Die Nachfrage ist da und sie ist so groß, dass die ganzen Strafzahlungen doch halbwegs weggesteckt wurden und Autos aus dem Hause VW werden gekauft."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion

Dass VW die Strafzahlungen so gut verkraftet hat, liegt an den Verbrauchern, sagt Sina. "Wir entscheiden ja, welches Auto wir kaufen und ob wir Facebook nutzen." Genau das sei sehr wichtig für solche Konzerne, denn so können sie viele Krisen meistern – ob das nun die neuen Abgastests für VW sind oder drohende Zölle. Das könne man schon bei Daimler sehen. Der Konzern baut in den USA SUVs, die er nach China liefert. Daimler musste, aufgrund der geltenden Zölle, Rabatt geben und das bedrohe das Geschäft. Aber, sagt Sina, wir Verbraucher sorgen noch immer für gute Zahlen.

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