Keller unter Wasser? Nicht einfach in die Fluten steigen. Und: Für die Versicherung die Schäden gut dokumentieren. Ein kleiner Ratgeber für Mieterinnen und Mieter.

Im Akutfall

  • Bei einem vollgelaufenen Keller gilt: Am besten erst mal Ruhe bewahren und nicht direkt reingehen. Denn: Das Wasser könnte unter Strom stehen, dann wird es lebensgefährlich. Bevor wir also in den Keller eilen und versuchen, dort alles zu retten, was geht, sollte zuerst immer der Strom abgestellt werden. Befindet sich der Stromkasten im Keller, ist die Feuerwehr der richtige Ansprechpartner. Gerade wenn etliche Keller vollgelaufen sind, kann sie nicht in allen Fällen direkt zur Hilfe kommen, aber am Telefon Hilfestellung geben, was zu tun ist.
  • Es ist auch möglich, dass noch weiteres Wasser nachfließt. Dann sollte der Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr besteht, den Keller im Druck der Wassermassen bei steigendem Pegel nicht mehr schnell verlassen zu können.
  • Können ein Stromschlag und nachfließendes Wasser ausgeschlossen werden, gilt: So viel retten wie möglich. Denn: Versicherte sind nach der sogenannten Schadensminderungspflicht in der Verantwortung, den Schaden nicht zu vergrößern, wenn möglich.
"Man sollte auf jeden Fall versuchen, alles zu retten, was zu retten ist."
Elke Weidenbach, Verbraucherzentrale NRW

Nach der Flut

  • Bei einem Mietshaus sollten möglichst schnell die Vermieter kontaktiert werden.
  • Besteht eine Versicherung, kann sie kontaktiert werden, damit sie eventuelle Schäden begleicht. Dafür am besten alles fotografieren und schriftlich festhalten, was passiert ist. Dann erst aufräumen. Ohne Dokumentation könnte die Abwicklung mit der Versicherung schwierig werden.
"Nicht übereilt aufräumen und wegschmeißen, denn dann kann es sein, dass ich bei der Versicherung anschließend schlechte Chancen habe."
Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Für die nächste Überschwemmung vorbereiten

Wer sich für die nächste Keller-Überflutung vorbereiten will, könnte in Erwägung ziehen:

  • Versicherung abschließen beziehungsweise bestehenden Versicherungsschutz prüfen: Bei Hochwasserschäden greift die Hausratversicherung nur in Kombination mit einer Elementarschadenversicherung.
  • Sachen im Keller aufbocken: Oft wird ein Keller nicht direkt komplett überflutet, sondern es stehen nur wenige Zentimeter Wasser auf dem Boden. Lagern die Möbel und Kartons auf Steinen oder Holzbalken, bleiben sie trocken.
  • Wer ganz sicher gehen will: Nur Sachen im Keller haben, die nicht so wichtig sind und auch mal nass werden können, zum Beispiel das alte Fahrrad, Festival-Zelt und die Slack-Line.