Bringen Promis und Stars wie Kim Kardashian oder Beyoncé den Feminismus nach vorne? Nein, meint Stefanie Lohaus, Chefredakteurin beim Missy Magazine.

Kim Kardashian zeigt sich gern: Sie flutet das Netz mit Selfies über Twitter und Instagram. Sie hat ein Buch mit ihren Selfies herausgegeben. Und filmen lässt sie sich schon lange in allen Lagen und Lebenslagen. An Selbstbewusstsein fehlt es ihr wohl kaum.

Kim ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Und sie steht zu ihren weiblichen Kurven. Sie ist berühmt dafür, dass sie immer perfekt aussieht. Sie hat - ganz selbstbestimmt - ihren Körper so weit getunt, dass er fast als Kunstwerk durchgehen könnte.

Julia Rosch, DRadio-Wissen-Redakteurin
"Kim Kardashian hat ihren Körper extrem bearbeitet – und das nicht nur mit Photoshop und Sport. Ihr berühmter Po zum Beispiel ist vermutlich nicht echt."

Bei so viel Liebe für den eigenen Körper, bei so viel Sinn für Weiblichkeit - könnte man Kim da als Vorbild für andere Frauen oder sogar als Feministin bezeichnen? Stefanie Lohaus, Chefredakteurin beim Missy Magazine, geht das zu weit.

"Feminismus bedeutet für mich, dass wir Machtstrukturen so verändern, dass wir eben gar nicht mehr in diese Körpernormen hineingepresst werden, egal in welche."
Stefanie Lohaus, Chefredakteurin Missy Magazine

Die Vermarktung des eigenen Körpers ist natürlich nicht neu, auch wenn Kim Kardashian sie bis zur Perfektion betreibt. Im Wettstreit der Hinterteile spielte einst Jennifer Lopez in der ersten Liga. Sie wurde aber längst von Rapperin Nicki Minaj oder eben Kim Kardashian überholt.

"Alles wird vermehrt danach untersucht, ob es emanzipatorisches oder feministisches Potenzial hat oder nicht. Aber ich finde nicht, dass das den Frauen wirklich hilft".
Stefanie Lohaus, Chefredakteurin Missy Magazine

Darüber nachzudenken und zu reden, meint Lohaus, ist trotzdem gut. Ein feministisches Ziel wäre es aus ihrer Sicht, wenn sich alle Frauen von heute auf morgen wohl in ihren Körpern fühlen würden. "Inwiefern Kim Kardashian oder Beyoncé dazu beitragen können, das muss man eben diskutieren".

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