Shapewear ist das Ding für Kim Kardashian. Nun hat sie eine eigene Wäsche-Linie auf den Markt gebracht. Doch der Name bringt Japanerinnen auf die Palme: Denn die formende Unterwäsche heißt "Kimono".

Seit einem Jahr hat sie angeblich an ihrem neuen Unterwäsche-Label gearbeitet. Aber ob sie sich auch genug Gedanken über den Namen gemacht hat? Die Shapewear von US-Serienstar Kim Kardashian heißt "Kimono" - ausgerechnet so, wie das traditionelle japanische Kleidungsstück.

Auf der Website kimono.com ist schon zu sehen, wie die formenden Höschen, Bodys und Bustiers aussehen sollen. In neun verschiedenen Hauttönen und für alle Körperformen - von XS bis XXXXL - kommen sie auf den Markt.

"Don't call your underwear a kimono"

Viele Japanerinnen finden den Namen für die Wäsche nicht gut, ja sogar respektlos. Und sie machen ihrem Ärger unter dem Hashtag #KimOhNo Luft: "Don't call your underwear a kimono" schreiben sie. Oder: "My cultures not your underwear".

Kim Kardashian hat sich aber den Namen markenrechtlich schützen lassen. Und das darf sie auch - jedenfalls in abgewandelter Form, sagt Rechtsanwalt Johannes Gräbig. Ein Wort wie "Kimono" alleine dürfe niemand als Marke anmelden, zumindest nicht für die Kategorie Bekleidung. Denn "Kimono" bezeichnet ja bereits ein Kleidungsstück, das es gibt. Und jeder, der Kimonos verkauft, dürfe das unter diesem Namen tun.

Name "Kimono Solutionwear" ist geschützt

Kim Kardashian musste den Namen daher ergänzen, um ihn schützen zu lassen. Ihre Wäsche-Kollektion heißt offiziell "Kimono Solutionwear". Johannes Gräbig sagt dazu: "Das kann schon eher funktionieren, denn dann bezieht sich der Schutz nicht alleine auf das Wort Kimono, sondern auf die Gesamtkombination. Und nur in dieser Gesamtkombination wäre das dann auch geschützt."

"Ich habe einfach die Augen verdreht. Weil es albern ist, weil es auch einfach kein origineller Name ist."
Nine Yamamoto-Masson, französisch-japanische Künstlerin und Aktivistin

Auch wenn der Name markenrechtlich geschützt wurde - problematisch ist er doch, findet die französisch-japanische Künstlerin Nine Yamamoto-Masson. Zum einen, weil Name und Produkt aus ihrer Sicht überhaupt nicht zusammen passen: "Das ist, wie wenn man eine Kollektion von Hemden rausbringt, und sie Tennisschuh nennt", meint sie. Zum anderen findet Nine Yamamoto-Masson es verstörend - wegen "der Hypersexualisierung asiatischer Frauen und diesen ganzen Fantasien über asiatische weibliche Sexualität", die ihrer Meinung nach kursieren.

Schmerzhafte Geschichte

Und es gebe noch einen weiteren Aspekt, warum der Name unangebracht sei: Im zweiten Weltkrieg, nach den Angriffen auf Perl Harbour, hat die US-Regierung japanische Menschen an der Westküste in Internierungslager gesteckt. Die japanische Minderheit in den USA habe eben "diese sehr schmerzhafte Geschichte", sagt Nine Yamamoto-Masson. Kim Kardashians Wäsche ist also womöglich besonders sensibel zur Haut - nicht aber gegenüber der japanischen Kultur und Geschichte.