Beyoncé hat auf Instagram erstmals ein Bild von sich und ihren Zwillingen gepostet. Innerhalb von drei Stunden hatte das Bild mehr als 3,2 Millionen Likes. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs glaubt, dass hinter der schönen Inszenierung eine Marketing-Strategie steckt.

Beyoncé hat also die Gerüchte über die Geburt ihrer Zwillinge bestätigt. "Sir Carter und Rumi heute einen Monat alt", schreibt die Musikerin zu dem Bild, das sie auf Instagram gepostet hat. Darauf zu sehen: Beyoncé in buntem Blumenkleid und blauem Schleier, im Hintergrund ein Garten mit Meerblick. Auf den Armen trägt sie ihre zwei Babys Rumi und Sir Carter. 

Mit der schon fünfjährigen Blue Ivy haben Beyoncé und ihr Ehemann Jay-Z jetzt drei Kinder. Jay-Z rappt auf seinem Album "4:44", das vor zwei Wochen erschien, ebenfalls bereits über seine "Zwillinge". 

10m Likes, 315.7k Comments - Beyoncé (@beyonce) on Instagram: "Sir Carter and Rumi 1 month today. 🙏🏽❤️👨🏽👩🏽👧🏽👶🏾👶🏾"
Sir Carter and Rumi 1 month today. 🙏🏽❤️👨🏽👩🏽👧🏽👶🏾👶🏾

Die Reaktionen darauf sind vor allem in der Glamourberichterstattung und der Fanwelt überwältigend. Ein Seitenhieb kommt vom Fashionmagazin TrèsClick. Sie sagen, dass Beyoncé die Bilder früher wohl meistbietend verkauft hätte. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs sieht es ähnlich: "Das Bild ist total inszeniert und auch perfekt ausgeleuchtet, fotografiert und bearbeitet. Und den größten Raum auf dem Bild nimmt Beyoncé natürlich selber ein." Grit vermutet dahinter eine PR-Strategie.

Profitable Inszenierung

Rein ökonomisch lohnt sich die Inszenierung mit den Kids extrem. Auf der einen Seite hat Instagram durch den Post extrem hohe Klickzahlen. Und alle Social-Media-Angebote, in denen das Bild weitergepostet, gelikt und diskutiert wird, profitieren. Andererseits investiert Beyoncé damit auch in ihre eigene Marke. Das Medienforschungsunternehmen D’Marie Analytics aus den USA hat im April mal ausgerechnet, dass ein Post von Beyoncé allein eine Million Dollar wert ist.
 
Bei der Berechnung kam es auf viele Parameter an: die Anzahl der Follower, die Reichweite des Posts, die Anzahl der Klicks, wie oft geteilt, wie oft kommentiert. Und zusammen mit frisch gebackenen Babys steigt der Wert von so einem Beyoncé-Foto wahrscheinlich noch mal um ein Vielfaches. Grit Eggerichs findet aber auch, dass die negativen Konsequenzen bedacht werden müssen. Denn auch Privatpersonen oder Blogger posten Bilder von ihren Kindern in sozialen Medien:

"Die Bilder im Netz könnten ja auch missbraucht werden - von Leuten, die sich daran aufgeilen."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Deswegen warnt auch die Polizei davor, Bilder von Kindern über soziale Medien zu verbreiten. Das hat zum Beispiel die Polizei Hagen Anfang des Jahres gemacht und mit dem Zusatz versehen: "Auch Ihre Kinder haben eine Privatsphäre!" Daneben gibt es allerdings auch noch rechtliche Aspekte. Der Medienrechtler Thomas Schäfer findet das Bild von Beyoncé mit den Zwillingen an sich völlig okay. Aber bei Privatpersonen ist er der gleichen Meinung wie die Hagener Polizei. 

Hinzu kommt: Kaum jemand weiß, dass Eltern nicht in jedem Fall einfach so Bilder von ihren Kindern posten dürfen: "Kinder sind geschützt dadurch, dass Eltern ihre Rechte vertreten, und die sind auch jetzt schon verpflichtet, Kinder ab dem siebten Lebensjahr an dem Entscheidungsprozess zu beteiligen", sagt Schäfer. In den USA ist das allerdings nicht so. Da sind Sir und Rumi dem guten oder schlechten Geschmack (und der Marketing-Strategie) ihrer Eltern ausgesetzt.