Bridget Jones kommt mal wieder ins Kino. Sie bekommt ein Baby und sucht einen Mann. Meeeeh, das ist uns zu blöd. Gibt es nicht auch Filme oder Serien mit coolen Frauenrollen? Frauen, die mehr im Sinn haben als Diät zu halten und sich einen tollen Macker zu angeln?

Die neuen Ghostbusters haben es versucht. Vier Geisterjägerinnen tragen ihre Anti-Gespensterwaffen, nerden sich schlagfertig durch den Film und lassen sich nichts von den Männern sagen. Wie sie aussehen, ist dabei herzlich egal. Wichtig ist nur ihr Job: Rettet verdammt nochmal die Welt!

Die neuen Ghostbusters sind ein kleiner Anfang

Die vier Geisterjägerinnen erfüllen allerdings auch Stereotype, sind Abziehbilder. "Es bringt jetzt auch nichts, die vermeintlichen Männer- und Frauenrollen umzudrehen", sagt Anna Mayrhauser, sie ist die Film- und Serienexpertin beim Missy Magazine. "Das sorgt noch nicht für spannende Frauencharaktere."

"Das hat mich bei 'Ghostbusters' so gestört, dass man so drauf gestoßen wurde: 'Guckt her, das sind Frauen, die machen Jungssachen, wir dürfen jetzt in der Popkultur mitspielen!'"

Für Anna ist "Orphan Black" die Vorzeigeserie, wenn es um starke Frauenfiguren geht, die auch als Vorbilder taugen - und eben nicht nur Abziehbilder sind. Die Punkerin Sarah entdeckt, dass sie ein Klon ist und gemeinsam mit ihren Klonschwestern gegen ihre Erschaffer kämpft. "Es geht ganz viel um Solidarität unter diesen Klonschwestern", erklärt Anna. Außerdem seien viele Haupt- und Nebenrollen mit Frauen besetzt, auch queere Charaktere kommen vor, ohne dass das besonders kommentiert wird in der Serie. Es ist normal.

In den vergangenen Jahren habe sich im Kino schon sehr viel getan, sagt die Filmexpertin, das Publikum lasse sich bestimmte Frauenbilder nicht mehr vorsetzen. Trotzdem ist die Filmbranche insgesamt immer noch sehr männlich geprägt. Es gibt etwa noch viel zu wenige Regisseurinnen, sagt Anna Mayrhauser. "Wenn da erstmal mehr Frauen in der Branche sind, ändert sich auch der Blick auf die weiblichen Charaktere."

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