Mit "The Irishman" ist ein Film, der im Kinoformat produziert wurde, zuerst auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht worden. Das hält wahre Kino- und Martin-Scorsese-Fans, er hat Regie geführt, nicht davon ab, sich das Epos auf einer großen Leinwand anzusehen. Darüber freuen sich wiederum die Kinobetreiber.

Viele haben seitdem die Streaming-Plattformen aufgekommen sind, den Kinos der Untergang prophezeit. Denn die Filme, die wir bequem auf der heimischen Couch auf unserem Tablet oder Laptop ansehen können, bietet ein Argument mehr, zu Hause zu bleiben. Auch während der nasskalten Jahreszeit, die sich bestens für einen gemütlichen Abend in einem gemütlichen Kinosessel eignet.

"Ich schaue mir den Film im Kino an, weil ich die große Leinwand liebe. Und nicht zuhause Computer oder Fernseher. Dafür ist der Film zu gut, denke ich."
Ein Kinobesucher

Wer sich einen Film lieber auf Netflix als im Kino ansehen möchte, kann auch davon ausgehen, dass er Produktionen findet, die auf hohem Niveau gut unterhalten. 24 Oscar-Nominierungen hat Netflix in diesem Jahr erhalten, zehn davon für "The Irishman" unter anderem von und mit Robert De Niro.

Viele Kinobetreiber und allen voran dem Dachverband der Filmkunstkinos lehnen es ab Filmproduktionen von Streaming-Dienste wie Netflix in ihren Kinosälen aufzuführen. Kinobetreiber, die das trotzdem tun, wird vorgeworfen, dass sie Werbung für den Streaming-Anbieter machen.

Außer Netflix wollte niemand "The Irishman" produzieren

Der Vorwurf, Werbung für Netflix zu machen, ist für den Kölner Kinobetreiber Jörg Fürst nicht relevant. Ihm, als lokalem Kinobesitzer ist es wichtig, gute Filme zu zeigen, die Kinosäle so weit es geht zu füllen und sein Stammpublikum gut zu unterhalten. Vor allem langjährigen Fans des Regisseurs und der Hauptdarsteller ist es wichtig, diesen Film auf einer großen Leindwand zu sehen und das volle Kinoerlebnis zu genießen.

Kinobetreiber kann selbst entscheiden, wie oft er den Film zeigt

Sicherlich auch aufgrund des Marketingbudgets, das Netflix in diesen Film investiert hat, wird viel darüber berichtet. Auch der lokale Programmkino-Betreiber Jörg Fürst profitiert indirekt davon. Für ihn lohnt es sich aus verschiedenen Gründen, den Film zu zeigen: Normalerweise gibt es für Kinofilme strenge Auswertungsregeln. Das ist bei Netflix-Produktionen anders. Der Kinobetreiber kann selbst entscheiden, wann und vor allem wie oft er den Film zeigen möchte.

"Wenn man als Kinobetreiber einen Film ins Programm nimmt, hat das immer zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass es ein guter Film ist. Der andere Grund ist natürlich, dass sich die Leute dafür interessieren könnten, weil es eben interessante Geschichten sind."
Jörg Fürst, Programmkinobetreiber in Köln

Ohne Netflix hätte es diesen Meilenstein des Meisteregisseurs nicht gegeben, weil das Unternehmen als einziges daran interessiert war, diesen Film zu produzieren.

In den ersten fünf Tagen 17 Millionen Mal geklickt

Dass das die richtige Entscheidung war, zeigt sich in den Abrufzahlen: "The Irishman" wurde auf Neflix in den ersten fünf Tagen bereits 17 Millionen Mal geklickt. Eine immense Zahl, die allerdings nichts darüber aussagt, wie viele Nutzer sich den ganzen Film tatsächlich angesehen haben. Mit Produktionen wie "The Irishman" bedroht Netflix nicht zwangsläufig die Existenz der Kinos, wie viele Kritiker befürchten, sondern können unsere Kinolandschaft auch.