Klassentreffen haben etwas schwer Nostalgisches. Gut, Stefans Haare sind etwas lichter, Thomas hat ne Brille und Steffi ein wenig Hüftgold. Es wird trotzdem gelacht, getrunken und über die alten Schulstreiche gefrotzelt. Zumindest bei denen, die sich gerne an die Schulzeit erinnern. Für alle anderen sind diese Treffen das, was schon die Schulzeit war: ein Krampf.

Der coole Skaterboy ist inzwischen erfolgreicher Anwalt. Der Klassenclown hat ein Start-up gegründet. Und der Männertraum der Stufe hat sich dann doch ein wenig gehen lassen. Alles egal. Ein paar Bier später sind wir wieder Steffi, Thomas und Stefan. Und es ist egal, was aus uns geworden ist. Wir haben Spaß - so wie früher eben.

Obwohl - ganz so geil findet DRadio-Wissen-Autorin Julia Möckl ihre Klassentreffen dann doch nicht. Die Gespräche wiederholen sich. So richtig Tiefgang wird da kaum erreicht. Es dreht sich halt vor allem um früher. Dabei hat man sich ja inzwischen doch auch ein bisschen verändert. Ihrer alten Klassenkameradin Änne geht es da ähnlich:

"Ich hatte so ein paar Gespräche, wo ich das Gefühl hatte, es interessiert jetzt eigentlich gerade gar nicht, was sich verändert hat oder wer ich jetzt bin."
Änne findet Klassentreffen eher nicht so toll

Irgendwann hat Änne dann beschlossen, sich das mit den Klassentreffen einfach zu schenken. Und eigentlich braucht man ja auch keine Klassentreffen, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben, die einem auch nach der Schulzeit noch am Herzen liegen. Oder für die zumindest eine gewisse Sympathie vorhanden ist. Wozu gibt's soziale Netzwerke? Eben.