Die Dubstep-Band Schlachthofbronx hat ein Video auf Youtube hochgeladen, das auch gut angenommen worden ist: Immerhin 60.000 Mal wurde es angesehen. Dann aber sperrt die Videoplattform das Video. Der Vorwurf: Die Band hat sich angeblich Zehntausende Views gekauft. Klickbetrug!

Im Internet kann man alles kaufen: Waffen, Drogen und eben auch Klicks für alle möglichen Seiten. Zum Beispiel kosten 10.000 Klicks von einem russischen Anbieter etwa 10 Dollar. Das ist nicht viel Geld, und wer vor seinen Youtube-Videos ein Werbefilmchen setzt, kann die paar Dollar auch schnell wieder raus haben.

"Youtube verdient Geld mit den Klicks auf den Seiten, auch mit gekauften Klicks. Aber Youtube ist natürlich davon abhängig, dass die Werbepartner darauf vertrauen, dass da alles seriös läuft."
DRadio-Wissen-Reporter Max Muth

Darüber sind die Jungs der Band Schlachthofbronx gestolpert. Das Video, um das es geht, haben Jakob und Bene im Mai hochgestellt. Das war die Single zu ihrem neuen Album, bei dem es die Band mal so machen wollte, wie es gerade in Mode ist: ohne Label, ohne Mittelsmann, einfach eine Website mit Downloadlink. Und sie wollten mit ihrem Video über Werbung Geld verdienen. "Dann kam zehn Minuten später die Nachricht, dass Youtube das Video runter genommen hat, weil wir gegen die Richtlinie verstoßen hätten, dass man keine Klicks kaufen darf.”

"Irgendein Horst kauft deinem Videos Klicks"

Jakobs Theorie: Der Algorithmus, der die Videos checkt, hat einen Fehler gemacht. Wie genau die Maschine Youtube aber funktioniert, bleibt ein Geheimnis. “Und es geht nicht darum, ob du dir selbst Klicks kaufst und auf dem Video hast, sondern dass irgendwer das gemacht hat", sagt Jakob. "Aber du kannst dich ja nicht dagegen wehren, dass irgendein Horst deinem Videos Klicks kauft und dann ist es down."

Man fühlt sich natürlich ohnmächtig. Es ist natürlich besonders ärgerlich für uns, da wir nicht so etwas wie ein Marketing Budget haben."

Das eigene Video nach der Sperrung wieder zu veröffentlichen, ist gar nicht so einfach. Man kann Einspruch erheben, muss circa 30 bis 40 Fragen beantworten - und bekommt im dümmsten Fall trotzdem keine Rückmeldung. Das Video von Schlachthofbronx ist inzwischen wieder online und hat circa 4500 Klicks bekommen.