In Glasgow beginnt am 31.10.2021 der 26. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen. Rund 20.000 Vertreterinnen und Vertreter aus etwa 200 Staaten diskutieren dort darüber, wie die menschengemachte Erderwärmung und die damit verbundene Klimakrise eingedämmt werden können. Anreisen werden beispielsweise Joe Biden, Recep Tayyip Erdoğan, Greta Thunberg und Justin Trudeau. Nicht anreisen werden beispielsweise Xi Jinping, Wladimir Putin und Papst Franziskus.

Freiwilligkeit als Prinzip

Bereits 2015 bei der Pariser Klimakonferenz ist das sogenannte Zwei-Grad-Ziel vereinbart worden. Die Erderwärmung soll zwei Grad Celsius nicht überschreiten. Eigentlich ist der Weg auch völlig klar: Der Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem von CO2, muss verringert werden. Das Problem an den im Zusammenhang mit Klimagipfeln getroffenen Vereinbarung ist, dass sie grundsätzlich freiwillig sind, sagt der Umweltjournalist Georg Ehring.

"Es hat durchaus eine ganze Menge Fortschritte gegeben. Vor allem dadurch, dass die erneuerbaren Energien billiger geworden sind und mehr Staaten darauf setzen."
Georg Ehring, Dlf-Umweltredaktion

Er beobachtet die Klimagipfel seit Jahren und sagt: "Das Ergebnis ist so ähnlich, wie wenn man das Steuerzahlen freiwillig machen würde." Auch die unangenehme Pflicht der Emissionsreduktion werde gerne anderen überlassen.

Zwei-Grad-Ziel nicht mehr zu schaffen

Nach Berechnung des Climate Action Tracker ist das Zwei-Grad-Ziel mit den bisher vereinbarten Maßnahmen schon nicht mehr zu erreichen. Dieses Konsortium von Klimaforschungsinstituten kommt zu dem Ergebnis: Hielten sich alle Regierungen an ihre Versprechen werde die Erde sich um 2,7 Grad Celsius erwärmen. Immerhin sind bei dem Gipfel die USA nun wieder dabei. Das Land möchte bis 2050 klimaneutral werden, die EU, auch Deutschland, bis 2045, China bis 2060.

Der Streit ums Geld

Georg Ehring weist darauf hin, dass die Industrienationen ein großes Versprechen der Konferenz in Kopenhagen im Jahr 2009 nicht gehalten haben. Damals war vereinbart worden, die Entwicklungsländer ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. "Die Industrieländer haben nicht Wort gehalten, und das kann zu Blockaden seitens der Entwicklungsländer führen", so der Umweltjournalist.

Immerhin gebe es nun einen Plan, die versprochene Summe bis 2023 zusammenzukriegen. Sie solle dann im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 erreicht werden. "Aber diese Zusage ist schlechter als das, was bisher gekommen ist", findet Georg Ehring.

"Die Industrieländer haben vor zwölf Jahren zugesagt, ab 2020 jedes Jahr 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz in Entwicklungsländern zusammenzubekommen. Das ist nicht erreicht worden."
Georg Ehring, Dlf-Umweltredaktion

Unser Bild zeigt ein Auto auf überschwemmter Fahrbahn im Mai 2021 im chinesischen Yongxiu. Auch die extremen Niederschläge in China gelten als Folge der Erderwärmung.