Nicht nachhaltig - zu viel Plastik: Meistens meckern wir, wenn's ums Klima geht. Heute mal nicht. Wir stellen euch drei Projekte vor, die gut fürs Klima sind - quasi als Vorbereitung auf die Verhandlungen zum Weltklimavertrag Ende November.

Vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 wird in Paris die UN-Klimakonferenz stattfinden. Das Ziel: Nichts weniger als ein neuer Weltklimavertrag, der die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen soll. Wir fangen erst mal eine Nummer kleiner an und stellen euch drei Projekte vor, die von den Vereinten Nationen mit dem Momentum for Change Award 2015 ausgezeichnet wurden - also drei Ideen, die gut für unser Klima sind.

Nummer 1: das Fairphone

Unter den insgesamt 16 ausgezeichneten Projekten findet sich unter anderem das Fairphone. "Den Machern aus den Niederlanden geht es darum, ein ethisch vertretbares Smartphone zu machen", sagt DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling. Unter anderem werde darauf geachtet, dass die Rohstoffe für das Handy nicht aus Konfliktgebieten kommen, dass die Arbeiter im Werk in China gut behandelt werden und - dass das Telefon reparierbar ist und lange hält. Laut den Vereinten Nationen zeigen die Fairphone-Macher damit, dass auch Elektrogeräte gewinnbringend und trotzdem ethisch sauber und nachhaltig produziert werden können.

Nummer 2: Mini-Solarpanels

Das Azuri Paygo Solarsystem bekam ebenfalls einen Momentum for Change Award. In mehreren Ländern Afrikas ist es schon erfolgreich im Einsatz. "Das Unternehmen Azuri bietet kleine Solarpanels an, damit sich die Menschen dort selbst mit Strom versorgen können", erklärt Tina Kießling. Besonders sei auch der Finanzierungsweg: Die Nutzer zahlen das Solarpanel zu einem relativ günstigen Preis an und können dann mit Solarstrom ihre Handys aufladen. Anschließend bezahlen sie eineinhalb Jahre lang per Handy eine kleine Gebühr pro Woche - bis das Panel abbezahlt ist.

"Nach anderthalb Jahren ist das Ganze abbezahlt und das Solarpanel gehört den Verbrauchern selbst und produziert weiter Strom."
DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling über das Finanzierungskonzept des Azuri Paygo Solarsystems

Den Vereinten Nationen (UN) gefällt an diesem Projekt besonders, dass dadurch umweltbelastende Stromgeneratoren ersetzt werden, die mit Kerosin betrieben werden - und zwar mittlerweile schon in elf afrikanischen Staaten wie zum Beispiel in Malawi, Zimbabwe und Ruanda.

Nummer 3: Bewässerungsprojekt

Auch das dritte Projekt, das unsere Autorin Tina Kießling vorstellt, nutzt Sonnenenergie: In Benin hat das NGO SELF, der Solar Electric Light Fund, ein Bewässerungssystem geschaffen, das laut UN gut für die Umwelt ist, die Menschen mit Essen versorgt und die Frauen in der Region stärkt. Eine durch Solarstrom betriebene Pumpe versorgt vor allem während der Trockenzeit einen Garten per Tröpfchenbewässerung - und entlastet damit Arbeiterinnen, die sonst damit beschäftigt wären, dieses Wasser über weite Strecken vom nächstgelegenen Brunnen zu transportieren.


"Die Zeit, die die Frauen dadurch sparen, können sie in die Bewirtschaftung ihres Gartens stecken", erklärt DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling. 20 Prozent der Ernte dürfen sie behalten, den Rest verkaufen sie auf dem Markt: "Das funktioniert jetzt schon in zehn Dörfern im Nordosten Benins."