Der Klimaschutz wäre bezahlbar, aber dass eine Staatsmacht zwei Prozent ihres Militärbudgets opfert, um die Erwärmung der Erde zu bremsen, ist eher unwahrscheinlich.

UN-Klimakonferenz hier, Weltklimagipfel da und trotzdem kein Ergebnis. Auf die Dauer resignieren viele Menschen, wenn es um Themen wie dem Klimawandel geht. Eine Studie aus dem Jahr 2012 besagt zum Beispiel, dass sich die Hälfte der österreichischen Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren zwar um den Klimaschutz sorgen, aber sich gleichzeitig hilflos oder wütend fühlen. Anhand verschiedener Statistiken gibt unsere Statistikerin Katharina Schüller Schätzungen darüber ab, wie viel es weltweit kosten würde, die Erderwärmung bis ins Jahr 2100 auf plus zwei Grad zu begrenzen.

"Bei ambitioniertem Klimaschutz sollte das Wirtschaftswachstum weltweit um 0,06 Prozent verringert werden. In diesem Fall hätte der Klimaschutz für das Jahr 2011 dann schätzungsweise 38 Milliarden US-Dollar gekostet."

Allerdings muss man natürlich auch die Zinsschwankungen berücksichtigen, die in den nächsten 90 Jahren zu erwarten sind. Deswegen gibt der Weltklimarat bei seiner Berechnung eine Spannbreite von 25 bis 89 Milliarden US-Dollar an.

"Das Budget für den Film der "Fluch der Karibik 3" hat 300 Millionen US-Dollar gekostet. Der Klimaschutz kostet also etwa so viel wie 150 vergleichbar teure Hollywoodfilme."

Das Budget für die Raumfahrt, das die Nasa zur Verfügung hatte, betrug im letzten Jahr 78 Milliarden US-Dollar. Also das Doppelte dessen, was für den Klimaschutz in einem Jahr notwendig wäre. Für militärische Zwecke lagen die Ausgaben im Jahr 2011 bei rund 2000 Milliarden US-Dollar. Das entspricht dem weltweiten Wirtschaftswachstum desselben Jahres und war somit über 50 Mal so viel wie die errechten Kosten für den Klimaschutz.