Es ist ein hehres Ziel: Das Klima soll sich nicht weiter erwärmen, also setzen Experten auf verschiedene Großtechniken. Sie düngen Ozeane mit Eisen, reduzieren die Sonneneinstrahlung mit Aerosolen oder Spiegeln oder forsten Wüstengebiete auf. Das Problem: Dieses sogenannte Climate Engineering hat dramatische Nebenwirkungen.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Wissenschaftler des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung haben mit Computersimulationen die globalen Langzeitfolgen verschiedener Climate-Engineering-Techniken untersucht. Ihre Ergebnisse haben sie in dem Fachjournal "Nature Communications" veröffentlicht.

​Ineffektiv und schädlich

Die Forscher sind sich sicher: Mit weniger als 8 Prozent Wärmereduzierung bremst Climate Engineering den Klimawandel fast gar nicht. Selbst wenn alle Techniken kombiniert angewendet würden, sei klar: Die Temperatur wird bis 2100 um mehr als die angepeilten zwei Grad ansteigen. Noch problematischer: Die Eingriffe lassen sich nicht mehr stoppen. Wer Ozeane mit Eisen düngt, sorgt beispielsweise dafür, dass mehr CO2 durch das Plankton gebunden wird, gleichzeitig breiten sich aber auch Sauerstoffminimumzonen aus. Fehlender Sauerstoff - das heißt weniger Fische und weniger Vegetation unter Wasser.

​Mehr Erderwärmung

Wird die die Sahara oder das australische Outback aufgeforstet, könnte das die Erde zusätzlich erwärmen. Die Wälder absorbieren zwar Kohlendioxid aus der Atmosphäre, sie verdunkeln aber auch die Erdoberfläche und speichern so mehr Wärme.