Das Atlantiktief Xaver hat den Klimawandel auf die Insel gebracht. Die Sturmflut wütete heftiger als vorherige. DRadio-Wissen-Reporterin Almuth Knigge wollte wissen, wie sich die Bewohner von Hooge seitdem auf den steigenden Meeresspiegel vorbereiten.

Mit der Fähre vom nordfriesischen Schlüttsiel zur Hallig Hooge ist man über eine Stunde unterwegs. Nach der Hälfte ist das platte, grüne Land von Hooge zu erkennen. Man kann die Erdhügel sehen, die die Inselbewohner aufgehäuft haben, um ihre Häuser auf ihnen zu bauen - die sogenannten Warften.

Alle erinnern sich an den Strum

Wen man auf Hooge auch nach dem Klimawandel fragt - jeder erinnert sich mit Schaudern an Xaver. Das ist jetzt zwei Jahre her. Die Halligen meldeten damals: Land Unter. In Hamburg wurden die zweithöchsten Pegelstände seit den Aufzeichnungen gemessen. An einigen Orten erreichten die Orkanböen Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Kilometer in der Stunde. Gerade mal sechs Wochen vorher wütete Orkan Christian über Norddeutschland.

"Der Sturm Xaver war jetzt gar nicht so hoch, hat aber hier eine Menge Leute aufgeschreckt und es war eine sehr, sehr aggressive Welle. Die war nur 2,60 Meter hoch - hatte aber richtig Power"
Matthias Piepgras, Bürgermeister von Hooge

Die Häuser der Hallig, hinter Erdhügeln geduckt, vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Eine trügerischer Sicherheit, wenn man sieht, wie hoch das Wasser schon gestanden hat. Auch die Bewohner haben reagiert. Schutzräume in den oberen Stockwerken sollen Zuflucht bieten, wenn die Wellen an die Häuser schlagen. Auch die Steckdosen lieben in Hooge einen Meter höher, als woanders. In jedem Raum sind Abläufe, über die eine zentrale Pumpe versuchen würde das Wasser wieder rauszupumpen.

"Also wenn man dann nachts aufsteht und in die Welle guckt, das war Respekt einflößend. Das werden sie sehen bei mir zu Hause, ich wohne direkt an der Kante. Wie da die Wellen einfach nur durchrauschten, das war schon nicht schlecht"
Matthias Piepgras, Bürgermeister von Hooge