Ihnen steht das Wasser zwar noch nicht bis zum Hals, aber zumindest bis zu den Knöcheln. Den Klimawandel leugnen die Menschen in Miami Beach nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Sie legen ihre Stadt höher.

Miami Beach scheint eine einzige Baustelle zu sein: Überall Bagger, Lkw und Planierraupen. Die besonders vom Wasser gefährdeten Straßen werden höher gelegt. Das neue Niveau ist nicht einmal einen Meter höher, aber das reicht – fürs Erste. Da wo die Straße erhöht ist, gelangen die Fußgänger über Treppen hinunter zum Gehweg. Für Rollstuhlfahrer und Radfahrer sind Rampen installiert. Wer jetzt am Straßenrand im Café sitzt, guckt direkt unter die Karosserie der vorbeifahrenden Autos.

Allerdings ist es nicht damit getan, einfach ein paar Straßen höher zu legen. Auch Strom-, Gas- und Abwasserleitungen müssen angepasst werden. Und die Bäume am Straßenrand? Die müssen beschnitten, ausgebuddelt und mit dem Wurzelwerk wieder auf die höher gelegene Grünfläche gesetzt werden

Vorbereitung auf die Flut

Bislang sind 5 Prozent der städtische Straßen, Wege und Einfahrten angepasst worden. Die Behörden raten privaten Hausbauer, die Decken im Erdgeschoss so hoch zu bauen, dass das Fundament später noch angehoben werden kann. Eventuell wird in manchen Gebäuden das Erdgeschoss auch nur noch als Garage oder Stauraum genutzt.

Pilotprojekt

Ob die Anhebung jemals abgeschlossen sein wird? Die Bauingenieure rechnen, dass es Jahre dauern wird, die Stadt auf ein höheres Niveau zu legen. Und vielleicht müssen sie die Höhe der Stadt zukünftig noch weiter anpassen. Andere Städte an der Küste Floridas beobachten das Experiment in Miami Beach gespannt.

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