Anhand neuer Daten haben Forschende die aussagekräftigste Klimareferenzkurve veröffentlicht, die es je gab. Diese kann auch dabei helfen, die aktuellen Entwicklungen des Klimas besser einzuordnen.

Vor 66 Millionen Jahren sind die Dinosaurier ausgestorben – und genau an diesem Punkt startet eine neue Klimareferenzkurve, die ein 24-köpfiges Forschungsteam anhand von zahlreichen Daten erstellt und im Fachmagazin Science veröffentlicht hat. Bisherige Klimakurven reichten nur bis zu 34 Millionen Jahre in die Vergangenheit.

Die Kurve zeigt vier Klimaphasen: Der erste Zustand nach dem Aussterben der Dinosaurier, das sogenannte Warmhaus, hielt für 10 Millionen Jahre an, die darauffolgende Heißzeit endete vor 47 Millionen Jahren, dann folgte eine weitere Warmzeit, und seitdem kühlte sich das Klima allmählich ab. Vor rund 34 Millionen Jahren startete die Kühlhaus-Phase, vor 2,5 Millionen Jahren dann begann das Eiszeitalter.

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Derzeit ist es nicht so warm wie vor 66 Millionen Jahren – ob es dazu kommt, hängt allerdings davon ab, ob und wie gut das Klima in den kommenden Jahren geschützt wird, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nele Rösler.

Genauere Daten, bessere Analysen

Das Besondere an der neuen Kurve ist, dass sie nicht nur einen längeren Zeitraum betrachtet, sondern auch viel präzisere Angaben macht, da die Forschenden im Vergleich zur letzten Kurve von 2001, deutlich mehr Daten zur Verfügung hatten.

Die Daten werden anhand von Bohrkernen nachgezeichnet, die beispielsweise aus den Sedimenten vom Meeresgrund oder aus dem Eis stammen. Zudem sind seit 2001 die Computer deutlich leistungsstärker geworden, so dass bessere Analysen möglich sind.

Bessere Einordnung des aktuellen Klimawandels

Mit der neuen Referenzkurve können Forschende den Klimawandel besser einordnen, indem sie ihre vorhandenen Daten mit der neuen Kurve abgleichen. So können sie beispielsweise die Veränderungen aus der Vergangenheit mit denen aus der heutigen Zeit vergleichen, um herauszufinden, welchen Einfluss der Mensch auf das aktuelle Klima hatte.

"Mit der neuen Referenzkurve kann der aktuelle Klimawandel besser eingeordnet werden. Denn, wenn man Veränderungen heute mit denen aus der Vergangenheit vergleicht, kann man den Einfluss des Menschen viel besser abgrenzen."
Nele Rösler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Vor allem regionale Effekte sind auf der neuen Klimareferenzkurve deutlich besser zu erkennen und einzuordnen als auf der alten Kurve.

Extreme Ereignisse beeinflussten bisher das Klima

Die Erde hat zwar bereits früher warme Klimaphasen durchlebt hat, diese wurden aber immer durch extreme Ereignisse wie beispielsweise Vulkanausbrüche hervorgerufen. Zudem sind die Kontinente seither gewandert. Schließloch hat sich auch die Laufbahn der Erde um die Sonne geändert und damit auch die Sonneneinstrahlung.

Deshalb sind die früheren Klimaphasen nicht mit der warmen Klimaphase zu vergleichen, in der wir derzeit leben, sagt die Koautorin der Studie, Anna Joy Drury. Derzeit ändert sich unser Klima "atemberaubend rasch", sagt zudem ein weiterer Koautor.