Die Ekstase ist nur von kurzer Dauer - dann wird's nass. Die anderen Zahlen klingen nicht nach Spaß: Sich 20 Meter von einer Klippe stürzen, dabei 90 km/h erreichen und am Ende auch noch gut aussehen. Anna Bader, Europas erfolgreichste Klippenspringerin, kann das. Bei der Schwimm-WM lief es gerade aber nicht ganz so rund.

Von einer 20 Meter hohen Klippe ist sie am Dienstag gesprungen. Im Wolga-Nebenfluss Kasanka, bei der Schwimm-Weltmeisterschaft im russischen Kazan. Die Olympiazweite Anna Bader, 31 Jahre alt. Am Ende wurde es Platz sieben.

"Die Bedingungen waren hart: sehr windig und kühl."
Anna Bader

Vor zwei Jahren hat Anna bei der WM-Premiere der Klippenspringer gleich Bronze gewonnen. Und bei den Europameisterschaften stand sie bereits mehrfach ganz oben. Annas Motto: "Sterbe ich, kann ich nicht meckern." Meckern kann sie auch nicht über die Fähigkeiten, die sie mitbringt.

"Für’s High Diving braucht man Körperbeherrschung, Fitness, Konzentration und Mut – besser, man hat keine Höhenangst."
Anna Bader

Die Frauenplattform befindet sich bei einem Wettkampf auf 20 Meter Höhe, die der Männer auf 27 Meter. Unten im Wasser warten die Safety-Taucher, die kontrollieren, dass alles gut geht. Im Wettkampf macht man einen einfachen Pflichtsprung und zwei schwierige - zum Beispiel einen Dreifachsalto mit anderthalb Schrauben.

Sport und Show

Die Baden-Württembergerin war auch schon Artistin in einer millionenschweren Aquatic Show in Macau - beim ehemaligen Cirque du Soleil-Regisseur Franco Dragone. Momentan arbeitet Anna in Frankreich in einer Wassershow, da springt sie von einem 23 Meter hohen Gerüst.

"Der Aufprall aufs Wasser wird mit jedem Höhenmeter stärker."
Anna Bader

Ihr Referendariat mit den Fächern Englisch und Erdkunde hat sie unterbrochen, um sich besser auf den Sport zu konzentrieren. Im Frühjahr will Anna ihre Ausbildung dann fortsetzen.

Schlechte Trainingsbedingungen in Deutschland

Brauchbare Klippen gibt in Deutschland keine. Als Training für die WM ist Anna zum Vierwaldstättersee in die Schweiz gefahren, der liegt knapp drei Stunden von Zuhause entfernt.