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Holz, Metall, Plastik: Auf dem Bau gehen die Materialien aus. Und diese Verknappung wiederum führt zu steigenden Preisen. Davon betroffen ist auch Malermeister Jens Hardt. Er fürchtet nicht nur Stillstand, sondern auch Insolvenzen.

Jens Hardt hat seinen Malermeisterbetrieb in Goch am Niederrhein. Seinem Ärger macht er in Videos Luft, die eine beachtliche Reichweite haben.

In seinem Betrieb fehlen zum Beispiel Spachtelmasse, auch Dämmmaterialien. Ebenso gibt es keine Plastikeimer, um Farben abfüllen zu können. Das Problem ist, dass seine Firma zurzeit an einige Produkte gar nicht herankommt. Falls doch, dann zu enormen Preisen. Aber auch dann kommen die Waren nur kleckerweise im Betrieb an.

"Wir haben das Problem, dass einige Produkte gar nicht mehr lieferbar sind. Andere Produkte teilweise überteuert lieferbar sind."
Jens Hardt, Malermeister

Zwei Angestellte im Büro telefonieren zurzeit den ganzen Tag herum, wo sie Material bekommen können. Bei den Lieferanten ist die Auskunft oft, dass zwar große Mengen bestellt wurden, aber kaum etwas davon ankommt.

Kein Baustoff: Lieferengpässe und steigende Preise

Für seinen Betrieb gibt es aber noch ein Problem: Andere Handwerksbetriebe sind genauso von knappem Baustoff betroffen. Zum Beispiel kommen Dachdeckerbetriebe nicht an Holz und können Dächer nicht decken.

Das bedeutet dann aber auch für Jens Hardt, dass er an den Häusern nicht weiter arbeiten kann. "Wir können dann keine Malerarbeiten ausführen", sagt Jens Hardt. "Das ist wie bei einer Fahrradkette. Wenn ein Glied zerbricht, dann kann keiner mehr richtig arbeiten."

Portraitfoto von Jens Hardt, Malermeister
© Jens Hardt
Jens Hardt hat einen Malerbetrieb, aber im Moment keine Baustoffe, damit er arbeiten kann.

Seine privaten Kunden und Kundinnen sind noch recht verständnisvoll. Aber Jens Hardt hat auch Verträge mit Generalunternehmen. Da geht es oft um größere Mietobjekte. Und in diesen Verträgen sind Fristen festgeschrieben. "Wenn man die nicht erfüllen kann, drohen Vertragsstrafen", sagt der Malermeister. Deshalb ist er auch besorgt, dass Insolvenzen drohen. Hinzu kommt, dass Stillstand auf den Baustellen natürlich auch bedeutet, dass die Betrieben keine Einnahmen haben.

Die Politik soll sich einschalten

Seinem Ärger macht Jens Hardt in Videos Luft, die er auf Facebook postet. Eines der Videos hatte eine Reichweite von über einer Million Klicks. Darin fordert er die Politik auf, zu handeln. "Denn uns würde so einiges helfen", sagt der Malermeister.

Zum Beispiel:

  • Dass im Neubaubereich die Kunden und Kundinnen geschützt werden. Damit eine Kostenexplosion durch knappe Baumaterialien nicht das eigene Budget sprengt.
  • Handwerksbetriebe sollten auch bei Materialmangel Kurzarbeit melden können. "Was kann ich dafür, wenn wir kein Material haben", sagt Jens Hardt.
  • Die Pflicht Verträge zu erfüllen, muss in solchen Zeiten ausgesetzt werden, fordert Jens Hardt. Damit den Betrieben keine Strafzahlungen drohen.
  • Und er wünscht sich eine Kreditversicherung für Waren, um enorme Preisschwankungen wie aktuell, abfedern zu können.

Die Videos zeigen Wirkung. Ein CDU-Abgeordneter hat sich bei ihm gemeldet. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks macht öffentlich Druck. Heute (19. Mai) treffen sich Vertreter mit dem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.