Vieles gibt es, was der Hundewelpe lernen muss und noch viel mehr, was der frisch gebackene Hundebesitzer oder die Besitzerin wissen sollte. Auch unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt hat bei Spaziergängen Hund Sven an ihrer Seite. Sie hat mit anderen Hundebesitzerinnen und Hundetrainerinnen darüber gesprochen, worauf es bei Hundespaziergängen zu achten gilt.

Wer einen Hund hat, kennt dieses Problem selbst nur zu gut: Das mühselige und ziemlich eklige Reinigen der Rillen des eigenen Schuhprofils, nachdem man in Hundescheiße getreten ist, weil man mit einem Hund oft auch im Dunkeln durch Gräser und Büsche streift – und weil nicht alle Hundebesitzerinnen und -besitzer den Kot ihres Vierbeiners aufsammeln.

Beschwerde wegen Hundekots auf dem Gehweg
© IMAGO | Joko
Hundekot – manche räumen ihn einfach nicht weg, das verärgert viele anderen

Parks, Gehwege, Baumscheiben, Hauseinfahrten und Spielplätze! Wohin man schaut, liegt Hundekot. Wer aufmerksam durch sein Viertel geht, entdeckt auch viele Zettel und Schilder, die mal freundlicher, mal etwas drohender auf diesen Umstand hinweisen.

Und das Sehen ist nicht das Schlimmste, viel schlimmer ist es hineinzutreten. Vom Schuh aus müffelt es bis hoch in die Nase – was ist nur dieser unangenehme Geruch, fragt man sich – bis man darauf kommt: "Oh nein, ich bin schon wieder in einen Hundehaufen reingelatscht."

"Jetzt schon rechtzeitig mit dem Hundekotbeutel winken, damit alle sehen ich heb’s auf, ich gehöre nicht dazu, ich bin nicht so eine."
Sarah Nowak, Hundetrainerin
Ein Hund verrichtet sein Geschäft. Ein Hund an der Leine.
© Deutschlandfunk Nova | Suzan Bazarkaya
Dringende Geschäfte, die sich nicht aufschieben lassen. | Ein Hund, der nicht hundertprozentig hört, muss an die Leine.

Das alles ist nicht nur sehr ärgerlich, es schadet auch dem Ruf der Hundebesitzer und -besitzerinnen – und zwar auch denjenigen, die die Hinterlassenschaften jedes Mal gewissenhaft wegräumen, davon ist unsere Reporterin überzeugt.

Wenn der Hund nicht hört, muss er an die Leine

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass der eigene Hund während eines Spaziergangs nicht überall hinrennen sollte. Da spielt das "Rückruf"-Kommando eine wichtige Rolle. Der Rückruf bedeutet, dass der Hund zurück zum Besitzer kommt, egal, womit er sich gerade beschäftigt.

Ohne Ausnahme. Auch, wenn er gerade einem anderen Hund begegnet, den er spannend findet oder Essensreste auf dem Boden findet. Rückruf ist Rückruf, wenn der Hund nicht beim ersten Rufen reagiert, kann man sich auch im Ernstfall nicht darauf verlassen. Dadurch können andere zu schaden kommen, aber auch der Hund selbst: Wenn er einfach losrennt, weil er auf der anderen Straßenseite einen anderen Hund entdeckt hat.

Deswegen: Ein Hund, der nicht hört, gehört an die Leine. Da sind sich Trainerinnen, Trainer, Hundebesitzerinnen und -besitzer ziemlich einig.

"Ich finde das ist ein 'No Go' einen Hund abzuleinen, den man nicht zurückrufen kann.“
Annette, Hundebesitzerin

Das Anleinen ist außerdem eine Frage des Respekts, sagt die Hundetrainerin Sarah Nowak. Denn selbst wenn durch den unangeleinten Hund keine Gefahr besteht, gibt es viele Menschen, die Hunde nicht mögen oder Angst vor ihnen haben. Auch wenn es sich aus der eigenen Perspektive um einen "ganz lieben" Hund handelt, der "wirklich keinem" etwas tun würde, sollten wir sehr umsichtig auf Spaziergängen sein.

Auch wenn uns ein Hundebesitzer mit einem angeleinten Hund entgegen kommt, sollten wir aus Rücksicht unseren eigenen Hund anleinen. Es kann viele Gründe dafür geben, wieso ein Hund nicht frei läuft: Er könnte möglicherweise Angst vor anderen Hunden haben, aggressiv sein, eine Verletzung oder eine ansteckende Krankheit haben. Das sind nur einige der möglichen Gründe die unserer Reporterin einfallen.

Die Hundetrainerin Madeleine Zamani zieht zum Vergleich die Vogelspinne heran. So wie viele Menschen eine Phobie vor Spinnen haben, können andere Menschen auch Angst oder eine Phobie vor einem Hund haben. Deswegen sollten wir darauf achten, dass wir unseren Hund möglichst nicht einfach zu anderen Menschen hinlaufen lassen.

Wer einem angeleinten Hund begegnet, sollte auch seinen eigenen an die Leine nehmen

Oft sind Hunde an der Leine auch aggressiver als ohne. Das liegt daran, dass die Leine es ihnen schwerer macht, körpersprachlich eindeutig zu kommunizieren und dem anderen Hund auszuweichen, indem sie einen Bogen laufen, erklärt die Hundetrainerin Lisa Stolzlechner. Denn damit gelingt es einem Hund dem anderen zu signalisieren, dass keine Bedrohung durch ihn zu erwarten ist.

"Sie können ihren Bogen nicht gehen, sie können nicht ausweichen, sie sind in ihrem Leinenradius – der meistens sehr klein ist – gefangen und können sich nicht so verhalten als wenn sie frei wären."
Lisa Stolzlechner, Hundetrainerin
Unsere Autorin Krissy Mockenhaupt und ihr Hund Sven.
© Deutschlandfunk Nova | Krissy Mockenhaupt
Unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt und ihr Hund Sven.

Es gibt vieles, was man beim Hundespaziergang beachten sollte. Das kann man möglicherweise gar nicht pauschal auf bestimmte Regeln herunterbrechen. Vieles ist nicht planbar oder vorhersehbar, deswegen gilt es aufmerksam und umsichtig zu sein.

Unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt hat bei Spaziergängen seit Kurzem ihren Hund Sven an ihrer Seite. Sie hat sich viele Tipps aus zwei Hunde-Podcasts geholt, das hat ihr in der Anfangszeit sehr geholfen.

Krissys Hörtipps:

  1. "Optimal ins Leben – Der Welpen und Junghunde-Podcast" von Lisa Stolzlechner
  2. "Der will nicht nur spielen" von Mike Kleiß und Sarah Nowak