Verletzungen im Hals-Wirbel-Bereich nach einer Achterbahn-Fahrt. Wie es genau dazu kommen konnte, ist noch unklar. Womöglich sind die Loopings das Problem.

In Japan fährt eine der schnellsten Achterbahnen der Welt: die Do-Dodonpa. Das besondere an ihr sind nicht nur die hohe Geschwindigkeit von rund 170 Kilometer pro Stunde, sondern auch die extrem hohe Beschleunigung. Auf diese Geschwindigkeit schafft es die Achterbahn in unter zwei Sekunden, auch dank Luftdruck.

Zum Vergleich: Die am schnellsten beschleunigende Super-Sportwagen weltweit schaffen es in 2,5 Sekunden auf gerade mal 100 Kilometer pro Stunde.

"Das Fahrzeug wird in die Richtung, in der die Menschen sitzen, beschleunigt. In dieser Achse haben wir die höchste Beschleunigungstoleranz."
Jörn Rittweger, Professor für Weltraumphysiologie an der Universität Köln

Obwohl die Achterbahn seit vielen Jahren in Betrieb ist, ist sie jetzt erst mal stillgelegt. Der Grund: Eine zu große Häufung von Knochenbrüchen, die wohl mit einer Fahrt auf der Achterbahn zusammenhängen: Seit Dezember haben sich vier Menschen zwischen 30 und 50 Jahren eine Knochenverletzung im Hals-Wirbel-Bereich zugezogen, zuletzt im August dieses Jahres.

Die zuständige Behörde hat die Achterbahn vorerst geschlossen und eine Aufklärung gefordert, wie es zu den Verletzungen gekommen ist und wie sie in Zukunft verhindert werden können.

Die reine Beschleunigung und die Geschwindigkeit allein können eigentlich nicht das Problem sein, sagt Jörn Rittweger, Professor für Weltraumphysiologie an der Universität Köln. Es kommt nämlich stark auf die Richtung an, in der die Beschleunigung wirkt.

In Deutschland sind alle langsamer

Hohe Beschleunigungen in gerader Richtung von vorne auf die Brust, können Menschen gut aushalten – so wie in der Regel im Auto oder auch im Flugzeug beim Start. Problematisch könnte es laut Jörn Rittweger vor allem bei Loopings werden. Denn hier wirken zusätzlich zur eigentlichen Beschleunigung Zentrifugalkräfte auf den Körper, die womöglich nicht mehr nur gerade von vorne kommen und zudem nochmal größer sein könnten im Vergleich zum Fahren auf ebener Strecke.

Wie Freizeitparks in Deutschland Knochenbrüche verhindern wollen, wurde unserem Reporter David Freches nicht konkret beantwortet – allerdings gibt es hier auch keine Achterbahn, die annähernd so schnell ist wie die Do-Dodonpa in Japan.

Das Bild oben zeigt nicht die Do-Dodonpa. Von ihr stand uns leider kein Bild zur Verfügung.