Jeder Mensch hat einen ganz ureigenen Geruch. Der setzt sich zusammen aus verschiedenen Stoffen. Das Immunsystem könnte entscheidend dafür sein. Wir sprechen darüber mit dem Biologen und Mediziner Hanns Hatt.

Wenn wir schwitzen, riechen wir manchmal ziemlich intensiv. Der Schweißgeruch entsteht unter anderem durch Drüsen, die sich in der Haut befinden, erklärt Hanns Hatt, Biologe und Mediziner. Diese Drüsen produzieren aber nur einen Teil der Duftmoleküle, ein weiterer Teil entsteht durch Bakterien, die unseren Körper besiedeln. Ein dritter Punkt ist das Essen. 

Frischer Schweiß stinkt nicht

Normaler Schweiß, der einfach nur durch Bewegung oder Hitze verursacht wird, besteht hauptsächlich aus Wasser. Das riecht nach gar nichts, sagt Hanns Hatt. Wenn wir Sport machen und Schwitzen, dann werden die entsprechenden Schweißdrüsen auf der Körperoberfläche angeschaltet: "Damit man viel Wasser an der Oberfläche hat. Und Wasser verdunstet und damit kühle ich meinen Körper ab."

Der andere Schweiß, der unter den Achseln oder auch im Genitalbereich entsteht, riecht. Wir finden das unangenehm. Hanns Hatt sagt, dass wir damit die einzigen Lebewesen sind und dass es eine reine Erziehungssache ist: "Es gibt im Tierreich niemanden außer uns, der Schweiß nicht leiden kann. Wir wurden von den Eltern dazu erzogen: Du schweißelst, Du stinkst, jetzt wasch Dich mal!"

"Man kann den Schweißgeruch auch durch das Essen beeinflussen."
Hanns Hatt, Biologe und Mediziner mit dem Schwerpunkt Geruchsforschung

Dieser Schweiß ist jedoch von hoher Bedeutung für die menschliche Kommunikation, erklärt der Biologe Hanns Hatt. Denn jeder Mensch stellt einen eigenen Duft her – ein eigenes Parfum, wie Hatt es nennt. "Wir sind alle Parfümeure und machen einen Duft, der so spezifisch ist für einen Menschen, dass ihn kein anderer auf der Welt genauso hat. Ein olfaktorischer Fingerabdruck."

Fachleute nennen unseren einzigartigen Geruch den olfaktorischen Fingerabdruck und der wird bestimmt durch unsere Gene. "Wir können quasi die Gene des Mitmenschen riechen." Dieser persönliche Schweiß spielt eine große Rolle bei der Partnerwahl, weil wir über diesen Geruch den genetisch passenden Partner finden.

"Es gibt Leute, die produzieren von diesen stinkenden Fettsäuren unglaublich viel und andere unglaublich wenig."
Hanns Hatt, Biologe und Mediziner mit dem Schwerpunkt Geruchsforschung

Die Note in unserem Schweiß, die wir als besonders unangenehm empfinden. Dieser schweißige, dieser ranzige, saure Duft, der kommt ganz exklusiv von den Bakterien, die die Milchsäure auf der Haut zersetzen, erklärt Hanns Hatt. Frischer Schweiß stinkt deswegen eher nicht.

Auch das Essen spielt eine entscheidende Rolle für unseren Köpergeruch. Vegetarier riechen zum Beispiel anders als Fleischesser. Hanns Hatt sagt, dass die Nahrung über die Verdauung ins Blut gelangt und über das Blut in den Schweiß, der dann irgendwann über die Haut ausgeschieden wird.

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