300 Kilogramm Kokain, versteckt in Bananenkisten. Das haben Mitarbeiter eines Früchtegroßhandels in Völklingen im Saarland entdeckt. In Frischehaltefolie eingepackt und mit Klebestreifen versehen. Rund 20 Millionen Euro soll das Rauschgift wert sein.

"Es wurden auch schon mal 1,3 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen entdeckt", sagt der Publizist Jürgen Roth. Aber der Fund im Saarland sei auch nicht von schlechten Eltern. Klar ist: Das Dealen mit Kokain ist extrem profitabel. Also gibt es auch viele Wege, auf denen Stoff nach Deutschland kommt. Da ist die Strecke von Mexiko über die Häfen von Antwerpen oder Rotterdam. Eine zweite Route verläuft von den lateinamerikanischen Ländern über die westafrikanische Küste und von dort nach Spanien.

Egal welche Route die Dealer nehmen - ihrer Fantasie scheint keine Grenzen gesetzt sein, wenn es darum geht, das Kokain zu verstecken. Sie verschweißen es in Glas, packen es in die bewährte Bananenkiste oder immer öfter auch in Möbel. Eine große Menge schippert aber auch einfach als Zuladung in Containern über die Weltmeere, weil hier in der Regel nur kontrolliert wird, wenn Polizei oder Zoll einen Tipp bekommen haben.

Kaum Polizei in der Provinz

Dass spektakuläre Funde vor allem in der Provinz gemacht werden, hat einen ganz einfachen Grund. Jenseits der Ballungszentren gibt es viel weniger Polizei. Die Zwischenhändler führen also ein relativ sicheres Leben, solange sie keine großen Fehler machen, erzählt Jürgen Roth.

Der wichtigste Player im deutschen Kokaingeschäft ist die kalabrische Mafia Ndrangheta. Ein Markt, auf dem nach Schätzungen aus Italien im Jahr 30 bis 50 Milliarden Euro umgesetzt werden. Welche Mengen an Kokain in Deutschland pro Jahr eintreffen, lässt sich dagegen nur schwer schätzen, sagt Jürgen Roth. Eine bis zwei Tonnen landeten aber auf jeden Fall regelmäßig bei uns. Klar sei - wenn ein großer Fund gemacht wird, hat das selten mit Zufall zu tun. Meist tragen zwei verfeindete Clans ihren Konkurrenzkampf aus oder jemand hat ausgepackt.