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Im 16. Jahrhundert eroberten die Spanier große Teile Mittel- und Südamerikas. Dabei spielte die Einnahme Mexikos durch Hernán Cortéz im Jahr 1521 eine wichtige Rolle. Mit der brutalen Eroberung setzten die Spanier dem Aztekenreich ein Ende.

In Spanien herrscht Karl I., der nach dem frühen Tod seines Vaters 1516 die Krone aufgesetzt bekam. Als Karl I. drei Jahre später von seinem Onkel Maximilian das Erzherzogtum Österreich erbt, ist er gleichzeitig auch Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und gebietet fortan über ein riesiges Reich. Mit seinem Namen ist aber auch am Beginn des 16. Jahrhunderts die Erweiterung des spanischen Kolonialbesitzes verbunden. Im europäischen Mittelmeerraum, in Nordamerika und in der Karibik wehen spanische Fahnen zum Zeichen der Herrschaft Karls I.

"Die europäische Kolonialisierung hat den Doppel-Kontinent total umgekrempelt."
Wolfgang Reinhard, Historiker

Dieses Kolonialreich soll durch weitere Eroberungen noch größer und zu einem "zweiten Spanien" werden. Den Beginn hatte 1492 Kolumbus gemacht, der auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien die Bahamas entdeckt hatte. Im gleichen Jahr wurde er Vizekönig von "Neuspanien", dem wenige Jahre später Länder angehörten, die wir heute als Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Venezuela oder die Karibik kennen.

Meilenstein dieser spanischen Kolonialexpansion war die Eroberung Mexikos durch Hernán Cortés. Mit der Eroberung ging das Aztekenreich und damit auch eine mexikanische Hochkultur unter, von der heute nur noch Reste erhalten sind.

Conquista: Ausbeutung der indigenen Bevölkerung und Plünderung der Bodenschätze

Durch das Vizekönigreich Neuspanien erwarb Spanien viele neue Kolonien und ließ die Bodenschätze durch die Konquistadoren ausplündern. Per Schiff wurden Gold, Silber und andere wertvolle Rohstoffe nach Europa gebracht und sorgten dort für Wohlstand der spanischen Krone. Die spanischen Eroberer gingen mit der indigenen Bevölkerung brutal um. Viele Einheimische starben, weil sie mit Krankheitserregern aus Europa infiziert wurden, gegen die sie nicht immun waren.

Auf den Zuckerrohrplantagen wurden sie oft bis zum Tod ausgebeutet, außerhalb der größeren Städte herrschte ein Sklavenhalterregime, das auch durch eigens erlassene Gesetze zum Schutz der "Indigenas" nicht abgemildert wurde.

Ihr hört außerdem in Eine Stunde History:

  • Der Schweizer Historiker Vitus Huber erläutert, was über Hernán Cortés und die anderen Konquistadoren wissen, die 1521 Mexiko erobert haben.
  • Der Berliner Lateinamerika-Experte Stefan Rinke schildert, was die Kolonialmacht Spanien mit dem Vizekönigreich Neuspanien in Lateinamerika erreichen wollte.
  • Wolfgang Reinhard ist Kolonialismus-Experte und beschreibt, welche Folgen die Kolonisierung Lateinamerikas bis heute hat.
  • Deutschlandfunk-Nova–Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erinnert an die Gründung des Aztekenreichs, das knapp 100 Jahre Bestand hatte, bevor es von den Spaniern erobert wurde.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nadine Kreuzahler schildert, wie die Eroberer an den "unüberwindlichen Kaiser, König und Herrn" Karl I. Bericht über ihre Eroberungen erstatteten.