Zwei Kometen jagen gerade durchs All und sausen haarscharf an der Erde vorbei. So nah war der Erde seit 30 Jahren kein Komet mehr. Trotzdem: Kein Grund zur Panik. Auch wenn viele Wissenschaftler wegen ihnen recht aufgeregt sind.

252P/Linear und P/2016 BA14 heißen die zwei Kometen. Diese Namen sind nicht nur hässlich und sperrig, sondern auch noch ziemlich unaufgeregt. Nichts mit "Killer-Duo" oder so. Das wäre auch maßlos übertrieben, erklärt Monika Staesche vom Planetarium am Insulaner in Berlin: Die Kometen sind neun mal so weit von uns entfernt wie der Mond. Alles gut also.

"Was man in der Astronomie 'nah' nennt, ist immer noch verflixt weit von uns entfernt."

Das Kometenpärchen könnte mal ein großer Komet gewesen sein. Heute sind die Kometen nur 250 Meter und 100 Meter groß - recht mickerig für einen Kometen -, aber sie könnten durchaus mal ein großer Brocken gewesen sein, der auf seiner Reise durchs All zerbrochen ist. Auch darum behalten die Astronomen den Himmel im Blick: "Wir schauen immer, ob da irgendwelche Brocken nicht doch mal Kollisionskurs auf die Erde nehmen."

In fünf Jahren um die Sonne

Die Kometen kreisen um die Sonne, alle fünf Jahren schaffen sie es einmal ganz herum. Dabei rasen sie nicht sehr weit in den Weltraum heraus, sondern nur etwas bis zur Jupiterbahn und kehren dann wieder um. "Wahrscheinlich waren das mal Kometen, die von weiter draußen kommen und dann von der Jupiterbahn eingefangen worden sind", vermutet Monika Staesche.

Für die Wissenschaft sind die Kometen ziemlich interessant. Zum einen, weil sie damit die Flugbahn berechnen und sicher gehen können, dass uns nicht doch irgendwann der Himmel auf den Kopf fällt. Zum anderen sind Kometen für Untersuchungen spannend. "Sie stammen aus der Frühzeit unseres Sonnensystems", erklärt Monika Staesche. Auf Kometen wurde bereits Wasser entdeckt. "Sie könnten das Wasser auf die Erde gebracht haben und auch dem Leben ein bisschen auf die Sprünge geholfen haben."

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