In Konstanz am Bodensee startet das Projekt "83 - Konstanz integriert". Die Idee: Flüchtlinge sollen in private Wohnungen ziehen und sich so schneller integrieren.

Konstanz am Bodensee hat 83.000 Einwohner. Das Ziel von "83 - Konstanz integriert" ist es, pro tausend Einwohner einem Flüchtling privaten Wohnraum zu vermitteln. Die Idee dahinter: In Konstanz ist Wohnraum knapp, darum wollen die Initiatoren von "83 - Konstanz integriert" nicht genutzten Wohnraum wieder zugänglich machen - bei Menschen, die alleine viel zu große Wohnungen bewohnen und ein Zimmer frei haben.

"Wenn wir Menschen privaten Wohnraum vermitteln, ist das das größtmögliche Integrationssprungbrett, das es gibt."
Till Hastreiter, Initiative "83 - Konstanz integriert"

83 ist eine symbolische Zahl

Beim ersten Hören klingt es so, als seien 83 Flüchtlinge viel zu wenig. Doch Till Hastenreiter erklärt im Interview, das Ziel sei, das Projekt auszuweiten. Zudem ist in Konstanz der Bau einer Anschlussunterbringung für Flüchtlinge geplant, dort sollen 40 Menschen unterkommen.

"Über die Anschlussunterkunft gibt es relativ viel finanziellen und inhaltlichen Streit. Wir würden eine solche Anschlussunterkunft, die sehr teuer ist, fast zweifach ersetzen. Wenn uns dieses kleine Ziel, 83, gelingen würde."
Till Hastreiter, Initiative "83 - Konstanz integriert"

Sind Flüchtlinge einmal anerkannt und bekommen Asyl in Deutschland, erhalten sie den Status eines Hartz-IV-Empfängers und dieselben Leistungen wie etwa einen Mietzuschuss. "83 - Konstanz integriert" ist trotzdem eine Crowd-Funding-Kampagne. Es soll ein Büro geben, in dem sich die Flüchtlinge informieren können, außerdem wollen die Initiatoren bei Behördengängen und Ähnlichem helfen.

Alle für "83 - Konstanz integriert"?

Damit "Konstanz 83" erfolgreich wird, haben die Initiatoren den Bürgermeister, die Handelskammer und wichtige Arbeitgeber für sich gewonnen. Zusätzlich wird in Konstanz ab heute die Zahl 83 an wichtigen Gebäuden leuchten: am Minarett und am mittelalterlichen Münsterturm.