Es gibt Produkte, die hat man noch nie wahrgenommen und plötzlich sieht man sie überall – im Netz und auf der Straße. Warum werden manche Produkte zum Hype? Weil wir mit diesen Produkten anderen zeigen können, dass wir wissen, was gerade angesagt ist.

Wenn neue iPhones vorgestellt werden, dann sind sie meist innerhalb kürzester Zeit erstmal ausverkauft. Und das, obwohl es noch so viele andere Smartphones auf dem Markt gäbe, die dazu noch billiger wären. Doch nicht nur teure Gebrauchsgegenstände wie ein Smartphone können einen Hype erleben, manchmal sind es auch ganz einfache Dinge wie ein bestimmtes Gericht oder Kosmetikartikel, die plötzlich im Trend sind.

Konsumentenpsychologin Janina Steinmetz erklärt dieses Phänomen so: Bestimmte Produkte sind für uns wie ein "kulturelles Kapital". Wenn wir sie besitzen, signalisieren wir anderen, dass wir über ein Insiderwissen verfügen und schnell erkennen, was gerade angesagt ist.

"Manche Produkte trenden, weil sie ein kulturelles Kapital für uns repräsentieren."
Janina Steinmetz, Konsumentenpsychologin

Dass ein Hype sehr schnell kommen kann, liege auch daran, dass es sich bei den Produkten eben nicht um teure Luxusartikel wie eine Designerhandtasche handeln muss. Ein kulturelles Kapital zu erlangen, sei also deutlich einfacher und billiger und deshalb auch so beliebt.

Berühmt durch das Schneeballsystem

Bestimmte Produkte werden dabei häufig ganz zufällig zum Trend. Oft kommt das Schneeballsystem zum Tragen: Sieht man beispielsweise immer mehr Bilder von Personen mit einem bestimmten Produkt auf Instagram, dann möchte man das Produkt auch haben. Auch das Phänomen der sogenannten "Fear of missing out", also der Angst, etwas zu verpassen, spielt bei diesem Prozess eine Rolle.

Wenn Firmen Standards setzen

So funktioniere beispielsweise auch der Hype um iPhones. Oft denke man, wenn man schon ein neues Smartphone braucht, dann sollte man sich doch gleich das kaufen, das ausdrückt, man weiß Bescheid, was gerade angesagt ist, erklärt Janina Steinmetz.

Apple habe hier einen Standard gesetzt. Das iPhone stelle sozusagen das prototypische Smartphone dar. Dadurch, dass viele Prominente und einflussreiche Leute oft ein iPhone hätten, assoziierten viele Konsumentinnen und Konsumenten damit, dass alle Smartphones, die davon abweichen, eben nicht der Standard seien. Automatisch denke man dann, dass diese Smartphones auch schlechter seien.

Vorübergehende Erscheinungen

Wer sich davon nicht so sehr beeinflussen lassen möchte, sollte sich immer bewusst machen, dass es sich oft nur um vorrübergehende Trends handele, die im Jahr darauf möglicherweise wieder vergessen seien, sagt Janina Steinmetz.

"Nächstes Jahr sieht die Welt ganz anders aus, da kaufen wir andere Sachen. Da interessiert sich vielleicht keiner mehr für das Kichererbsengericht."
Janina Steinmetz, Konsumentenpsychologin

Janina Steinmetz persönlich hat ihren ganz eigenen Trick, wie sie sich vor Konsumhypes schützt: Sie hält sich einfach fern von Instagram.