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Die Kontaktnachverfolgung ist wichtig, um Infektionsketten möglichst schnell zu beenden. Die Luca-App könnte dabei helfen. Sie ist eine digitale Anmeldeliste, die zum Beispiel Restaurants nutzen können.

Einmal angekommen im Restaurant, in der Kneipe oder im Kino, hieß es in den Monaten vor dem Lockdown oft: Stift herauskramen und Name, Adresse, Datum und Uhrzeit aufschreiben. Manche Betriebe haben im letzten Jahr etliche Aktenordner voller Anmeldelisten von Gästen gesammelt, damit eine Kontaktverfolgung im Falle einer Corona-Infektion nachvollziehbar ist.

Die Luca-App möchte diese "Zettelwirtschaft" für Geschäfte, Restaurants und Kultureinrichtungen vereinfachen, – sollten sie wieder geöffnet sein – und gleichzeitig Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung entlasten.

Daten einspeichern und anonym weitergeben

Die Idee: Gäste oder Besucherinnen speichern ihre Kontaktdaten einmal in der App ab und können sich über das Tool überall an- und wieder abmelden, ohne bei jedem Cafébesuch die notwendigen Infos erneut händisch aufzuschreiben. Wird später eine Corona-Infektion gemeldet, werden die Gäste im Café darüber informiert und parallel auch das Gesundheitsamt.

Gedacht ist die Luca-App für Orte, wo mehrere Menschen aufeinandertreffen wie in Restaurants oder Kneipen, Kultureinrichtungen und auch bei privaten Treffen oder geschäftlichen Meetings.

QR-Code scannen und fertig

Die Nutzerinnen und Nutzer der App melden sich dafür mit einem anonymen QR-Code über den QR-Code des Gastgebers an, den die App bei der Anmeldung generiert. Laut den Herausgebern der App lagern die dezentral verschlüsselten Daten erst beim Gast, dem Gastgeber und dem Gesundheitsamt. Gibt es einen Infektionsfall, informiert die App die Gäste, die zu der betreffenden Zeit auch vor Ort waren und parallel dazu das Gesundheitsamt. Einsicht in die entschlüsselten Kontaktdaten soll nur das Gesundheitsamt bekommen.

Mehr Datenschutz als Papierlisten

Anders als die Corona-Warn-App identifiziert die App damit Nutzerinnen und Nutzer, um sie den Behörden zu melden. Trotzdem ermöglicht sie damit mehr Datenschutz, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. Denn: Die Daten der Gäste können auf Anmeldelisten oder Zetteln, die auf den Tischen liegen, möglicherweise von anderen eingesehen werden. Über die App soll eben nur das Gesundheitsamt die Kontaktdaten erhalten und das auch nur dann, wenn es zu einem Corona-Fall kommen sollte.

Zusätzlich werden die Ämter entlastet, weil sie die Kontaktdaten der betroffenen Gäste digital vorliegen haben und dadurch keine Aktenordner voller Zettel durchsuchen brauchen.

"Der Restaurant-Betreiber kann beim Einchecken über die App nicht auf unsere Daten zugreifen, – er wird also zu keinem Zeitpunkt über Namen oder Adresse der Besucher informiert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova
Dafür brauchen sie allerdings die Sormas-Pandemie-Software. Das Problem hier: Die Bundesregierung würde gerne, dass Gesundheitsämter deutschlandweit mit der Software arbeiten, viele der Ämter halten aber noch an Eigenentwicklungen fest. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: In einigen Städten fehlt bisher der Datenaustausch zwischen der App und den Gesundheitsämtern.

Luca-App als weiterer Baustein bei Kontaktnachverfolgung

CDU-Parteichef Armin Laschet befürwortet die App. Laut Laschet brauche es neue Wege im Umgang mit der Pandemie, wie er am Dienstag (23.02.2021) in Düsseldorf sagte. Die App sei so ein Weg. Auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr wird die App zum Beispiel schon genutzt.

Hinter der App steckt die Band Die Fantastischen Vier, andere Kulturschaffende und das Berliner Start-up Nexenio. Das Hasso-Plattner-Institut, das an der Universität Potsdam angesiedelt ist, und die Bundesdruckerei haben die App mitentwickelt.