Wer seine Kontaktlinsen zu lange nicht herausnimmt, riskiert leichte Augeninfektionen. Mediziner warnen davor, Kontaktlinsen beim Schlafen zu tragen. Denn das kann schwere Folgen haben.

Mediziner der Universität von New Mexiko haben Fälle ausgewertet, in denen Menschen Augenschäden erlitten haben, weil sie ihre Kontaktlinsen zu lange getragen haben. Sie warnen: Wer die Linsen nachts nicht herausnimmt, hat ein sechs- bis achtfach höheres Risiko von Augeninfektionen. Die können sogar schwere Schäden an der Hornhaut, also der äußersten Schicht des Auges, verursachen.

Kontaktlinsen behindern die Selbstreinigung des Auges

Die Linsen liegen direkt auf der Hornhaut und lassen nur wenig Sauerstoff durch. Außerdem kommt nicht genug Tränenflüssigkeit ans Auge. So können sich Bakterien leichter ausbreiten, die möglicherweise auf der Linse sind. Wer die Linsen zu lange trägt, beispielsweise über Nacht, gibt den Bakterien Zeit, eine Infektion zu verursachen.

Je länger, desto risikoreicher

Die Mediziner haben sechs abschreckende Fälle aufgelistet, bei denen Menschen durch Kontaktlinsen Probleme bekommen haben. Das lag in den meisten Fällen daran, dass sie die Linsen nicht richtig verwendeten.

Ein Mann hat beispielsweise seine Kontaktlinsen zwei Wochen lang getragen und nicht ausreichend desinfiziert. Er bekam eine Augenentzündung, wegen der er sogar an der Hornhaut operiert werden musste. Auch in den anderen Fällen erlitten die Menschen bleibende Augenschäden.

"Kontaktlinsenträger sollten die Linsen lange und gründlich genug desinfizieren, die Hände waschen und eben nicht mit den Linsen schlafen."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Wer trotzdem mal mit Kontaktlinsen eingeschlafen ist: Keine Panik. Die Mediziner empfehlen, die Augen danach zu schonen. Also lieber eine Zeit lang statt Kontaktlinsen eine Brille tragen.