Immer wieder wird vor Phishing und anderen Betrugsmaschen gewarnt. Eine Methode funktioniert jedoch gar nicht im Netz, sondern ganz analog – mit den alten Überweisungträgern aus Papier.

Stellt euch vor, ihr checkt euer Konto und plötzlich fehlen da 3.000 Euro – Geld, das ihr euch mühsam für eine Reise zusammengespart habt! Wie kann das gehen? Recht einfach, erklärt unser Reporter Przemek Zuk: Betrüger brauchen dazu nur eine Iban. Die könnten sie zum Beispiel auf Rechnungen oder Kontoauszügen im Papiermüll finden. Bei Firmen stehen die sogar im Briefkopf.

"Manchmal reicht es auch schon, in der Bankfiliale bei den Druckern in den Müllkorb zu schauen. Da werden die Kontoauszüge schonmal leichtsinnig reingeworfen."
Przemek Zuk, Deutschlandfunk Nova

Dann gehen die Betrüger zur Bank, wo sie sich Überweisungsträger holen. Das sind diese kleinen Formulare, die man ausfüllt, wenn man analog eine Überweisung macht. Mittlerweile machen das mehr Menschen online, aber die Papierform existiert noch.

Dann füllen die Betrüger diesen Zettel aus und geben sich dabei als jemand anderes aus. "Und jetzt kommt der springende Punkt: Sie müssen nicht einmal meinen Namen wissen, Hauptsache die Iban stimmt", sagt Przemek.

Also geben sie bei Absender einfach irgendwas an und unterzeichnen mit einer gefälschten Unterschrift. Das Empfängerkonto ist dann meist irgendwo im Ausland. Den Zettel werfen sie dann in den Briefkasten, die Überweisung wird durchgeführt – und zack: Das das Geld ist weg!

Absender: Mainzelmännchen

Die Sendung Wiso im ZDF hat dieses Betrugsmasche getestet und dabei krasse Sicherheitslücken bei Banken aufgedeckt: Der Reporter gab sich bei der Recherche als teils abwegige Absender aus – Dagobert Duck oder Hansi Flick zum Beispiel.

Er unterschrieb außerdem mit unglaubwürdigen Namen wie Mainzelmännchen oder auch nur mit drei Kreuzen. Trotzdem gingen die Überweisungen bei fast allen gecheckten Banken durch. Das liegt wohl daran, dass Überweisungen im niedrigen Bereich nicht immer geprüft werden.

Hundertprozentigen Schutz vor Betrug gibt es nicht

David Riechmann, Fachanwalt für Bankrecht der Verbraucherzentrale NRW, hat einige Tipps, wie wir uns – zumindest ein bisschen – schützen können:

  • Wir sollten mit unseren Daten sparsam umgehen.
  • Wir sollten regelmäßig unsere Kontoauszüge checken, denn nicht autorisierte Buchungen müssen innerhalb von 13 Monaten angezeigt werden, sonst ist es zu spät.
  • Wer Online-Banking macht, kann bei einigen Banken schriftliche Überweisungen sperren lassen.
  • Außerdem kann man ein Tageslimit für Überweisungen einrichten.
"Mit seinen Daten sparsam umgehen, also mit der Iban. Sowas wie Personalausweise über Ebay Kleinanzeigen verschicken, würde ich auch nicht machen. Also auf seine Daten aufpassen, das ist, glaube ich, das Essentielle."
Przemek Zuk, Deutschlandfunk Nova

Die Pflicht für die Bank, mehr zu prüfen als die die Iban und die Zahlungsausführung, gibt es übrigens nicht. Da bei dieser Betrugsmasche die Buchungen aber nicht korrekt autorisiert werden, stehen die Chancen laut David Reichmann gut, dass die Bank das Geld zurückerstattet.

Aber auch hier kommt es auf den Einzelfall an. Wenn jemand zum Beispiel fahrlässig mit seinen Daten umgegangen ist, kann die Entschädigung auch abgewiesen werden. Deswegen: Lieber vorsichtig sein!

  • Moderator:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartner:  Przemek Zuk, Deutschlandfunk Nova