600 Jahre deutscher Geschichte. Aber nicht von Deutschland aus betrachtet, sondern aus England. Und plötzlich sieht sie aus diesem neuen Blickwinkel ganz anders aus.

Neil MacGregor ist ein Zauberer. Einer, der Gegenstände zum Reden bringen kann. Durch genaue Betrachtung, durch sein Interesse und sein enormes Wissen. Sein Geld verdient er aber nicht als Magier, sondern als Direktor am British Museum in London.

Erinnerungen einer Nation

Ihm verdanken wir den Bestseller "Die Geschichte der Welt in 100 Objekten" - für diesen Band wie für die damit einhergehende BBC-Serie hat er 100 Objekte aus seinem riesigen Museum ausgewählt und anhand dieser Gegenstände nichts weniger als die Geschichte der Menschheit nacherzählt. Ende 2014 wurde im British Museum zum 25. Jahrestag des Mauerfalls dann die Ausstellung Germany: Memories of a Nation gezeigt.

"The placards may have proudly said "Wir sind ein Volk!" But it is "ein Volk" with many histories and memories in East and West."
Neil MacGregor, British Museum

600 Jahre deutscher Geschichte erzählen MacGregor und sein Kuratorenteam wiederum anhand konkreter Gegenstände. Das Tolle: Dieser Blick von außen auf unser Land ermöglicht uns selbst neues, anderes wahrzunehmen.

Deutschland denkt Richtung Zukunft

Ein Land, dessen Grenzen sich im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder verändert haben. Ein Land, das Kriege und Holocaust hervorgebracht hat. Und das, so MacGregor, daraus gelernt hat, Geschichte nach vorne zu denken, in Richtung Zukunft.

"I think, this is one of the huge differences between our two countries: In Britian monuments and memories look only back. In Germany they also look forward."
Neil MacGregor, British Museum

MacGregor spricht bildreich, anschaulich und gelehrt zugleich - und das in einem sehr verständlichen Englisch. Wer diesen Vortrag gehört hat, wird gespannt sein, was er ab Herbst 2015 als einer der drei Gründungsintendanten am umstrittenen Berliner Humboldt-Forum auf die Beine stellt.