Wer empfindet, sich mit Musik auf den Ohren besser konzentrieren zu können, mag im Einzelfall richtig liegen. Generell stört Lärm beim Denken aber - Musik gehört dazu.

Musik, Baulärm, lautes Gerede? Alles das gleiche. Zumindest wenn es darum geht, welche Lärmquelle uns beim Denken stört. Bei Musik sind es vor allem Lieder, in denen gesungen wird, die stören, sagt Maria Klatte, die an der Technischen Universität Kaiserslautern erforscht, wie sich Lärm auf unsere Denkleistung auswirkt. Nur Instrumentalmusik beeinträchtigt die Denkleistung nicht.

Der Ansicht, mit Musik könne man leichter lernen, widerspricht Klatte eindeutig. In mehreren Studien hat sie die Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung der Probanden mit und ohne Musik im Hintergrund getestet. Diejenigen, die behaupteten, sie könnten sich besser mit Musik konzentrieren, waren durch die Musik tatsächlich abgelenkter.

Meeresrauschen so laut wie eine Straße - trotzdem schön

Bei monotonem Baulärm ist die Störwirkung nicht so stark wie bei Geräuschen, die sich ständig abwechseln. Das trifft auch auf Gerede im Hintergrund zu. Sie stören uns vor allem, wenn wir Wissen im Kurzzeitgedächtnis abspeichern wollen - das brauchen wir zum Beispiel beim Rechnen oder Vokabeln lernen. Genauso wenig können wir uns auf einen Text konzentrieren und ihn verstehen, wenn wir durch sich abwechselnden Lärm gestört werden.

Psychoakustiker gehen davon aus, dass unsere emotionale Haltung gegenüber bestimmten Lärmquellen Einfluss darauf hat, ob wir uns gestört fühlen. Beispielsweise kann Meeresrauschen so laut wie eine dicht befahrene Straße sein. Trotzdem empfinden wir es als angenehm und entspannend.

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