Das Nachrichtenportal Kopp-Online ist dicht. Laut eigener Aussage sind wirtschaftliche Gründe verantwortlich.

Die größte Gold-Verschwörung, der unmittelbar bevorstehende Dritte Weltkrieg, der ultimative Staatsbankrott - das waren unter anderem die Themen, über die das Nachrichtenportal Kopp-Online berichtet hat. Jetzt ist das Portal dicht.

"Trotz zahlreicher Aufrufe haben wir in den vergangenen 12 Monaten nur 6.000 EUR an Spenden erhalten. Das reicht nicht einmal um die Seite eine Woche lang in der gewohnten Qualität zu betreiben."
Zitat aus einer Mail des Kopp-Verlages

In der Mail ist von weit über 600.000 Besuchern pro Tag die Rede. Das Aus von Kopp-Online bedauert auch ein anderes alternatives Medium, wie sich solche Angebote häufig selber bezeichnen: Opposition24.com. Denn jeder auf Kopp verlinkte Artikel brachte Opposition24.com zehntausende Leser. Auch hier scheint die wirtschaftliche Lage prekär:

"Damit zum Beispiel Opposition 24 halbwegs seriös und umfassend berichten kann, wie ein vergleichbares Massenportal, sind mindestens mehrere Zehntausend Euro im Monat erforderlich"

Was die Zugriffszahlen bei Kopp-Online angeht, ist DRadio Wissen Netzreporter Andreas Noll skeptisch. 600.000 Besucher pro Tag, das sei mehr als doppelt so viele wie faz.net zum Beispiel verzeichnet, sagt er. Trotzdem sei die Seite zweifellos ein Star in den Kreisen gewesen, die den etablierten Medien nicht trauen.

Kritiker der alternativen Medien sprechen bei den dort verbreiteten Nachrichten auch häufig von Verschwörungstheoretikern. Das Medienportal Meedia liefert dafür auch Beispiele. So haben Kopp-Autoren zum Beispiel die Theorie vertreten, Michelle Obama sei in Wahrheit ein Mann.

Laut FAZ: Ideenlieferant für AfD und Pegida

Auch wenn der Kopp-Verlag sein Nachrichtenportal schließt, der Online-Versandhandel von Büchern und Wellness-Produkten bleibt weiter bestehen. Auch hier gibt es Kritiker. In einem FAZ-Artikel von Februar 2017 heißt es, der Verlag gehöre seit 2015 zu den maßgeblichen Ideenlieferanten für die Anhänger von AfD und Pegida sowie Rechtsextremisten. Zum Beispiel mit Büchern wie "Die Asylindustrie" oder "Grenzenlos kriminell".

Die Begründung des Verlages, das Nachrichtenportal aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen zu haben, wird nicht überall akzeptiert. Es kursieren Theorien, der Verlag sei "vom Establishment gebrochen". Auch von Einschüchterung ist die Rede.