Durch den Ausbruch des Ebolafiebers berichtete Alexander Göbel im Dauereinsatz aus Nordwest-Afrika. Irgendwann war er so erschöpft, dass er selbst mit einem Grippevirus flachlag. Er macht sich große Sorge um Freunde, die in Sierra Leone und Liberia leben.

Alexander Göbel reist in Bürgerkriegsgebiete und berichtet über Ebola - das ist Teil seines täglichen Jobs. Insgesamt 22 Länder gehören zu seinem Berichtsgebiets. Dazu zählen Mali, die Elfenbeinküste, der Tschad und Burkina Faso. Er selbst lebt in der marokkanischen Hauptstadt Rabat, wo das Leben im Gegensatz zu Bürgerkriegsgebieten und Ebola-Regionen sehr geordnet ist.

"Hajo Friedrichs hat mal gesagt: Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten. Der Satz gilt hier natürlich oft nicht. Man macht sich schon auch zum Advokaten des Berichtsgebiets."

Oft fällt es Alexander Göbel schwer abzuschalten, weil auch viele seiner Freunde und Bekannte in Gebieten sind, wo ihr Leben gefährdet sein könnte. Wenn er Freunde nicht erreicht, kontaktiert er Mitarbeiter von NGOs, die vor Ort sind, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Empathie ist ihm wichtig: Das ist seine Art, sich mit den alltäglichen Geschehnissen um ihn herum auseinanderzusetzen.

"Ich habe Freunde in Sierra Leone und Liberia, die kann ich per Mail noch per Anruf erreichen. Ich hoffe, dass sie außer Landes oder in Sicherheit sind - in den letzten Ebola-freien Zonen, die es dort noch gibt."

Es verärgert ihn sehr, wenn er sieht, dass sich menschliche Katastrophen in seiner Region abspielen, aber bei deutschen Medien kein Interesse daran besteht. Oder auch wenn er sieht, dass die deutsche Bundesregierung wochenlang zusieht, bevor sie Hilfsmaßnahmen in die Wege leitet.

"Bei schwierigen Themen wie Ebola stelle ich mir oft die Frage: Wie 'verkaufe' ich das? Wie schaffe ich, dass das Thema am Kochen bleibt."