Seit Februar 2014 ist Markus Sambale als ARD-Hörfunkkorrespondent für das Studio in Moskau zuständig. Doch gleich die ersten Arbeitstage haben es in sich. Die Krise in der Ukraine spitzt sich zu. Markus Sambale reist nach Kiew, wo die Lage eskaliert.

Hätte er gewusst, was auf ihn zukommt, hätte er sich wohl Sorgen gemacht, sagt Markus Sambale. Doch die Zeit dafür hatte er nicht. Anfang Februar ging plötzlich alles ganz schnell. Der Konflikt in der Ukraine spitzt sich plötzlich zu. Für Markus Sambale hieß das: raus aus Moskau, rein nach Kiew. Tag für Tag, Stunde für Stunde berichtete er aus der Hauptstadt:

"In dem Moment hatte ich den Eindruck, es nimmt kein Ende und es wird immer noch schlimmer"
Markus Sambale über seine Arbeit als ARD-Hörfunkkorrespondent in Kiew

Tag und Nacht auf dem Maidan

In Erinnerung geblieben seien ihm vor allem die Tage nach den Schüssen auf dem Maidan. Plötzlich kippte die Stimmung dermaßen, dass mit dem Schlimmsten zu rechnen war, sagt Sambale. Als dann auch noch das Hotel beschossen wurde, in dem die Kollegen von der ARD ihre Zimmer hatten, war die Sorge groß.

"Ich hatte nicht wirklich Angst, aber wir haben schon gemerkt, dass man sich sehr genau überlegen muss, zu welchem Zeitpunkt man sich wo hin begibt."
Markus Sambale über seine Arbeit als ARD-Hörfunkkorrespondent in Kiew

Wie auch in anderen Krisen und Kriegsgebieten versuchen auch alle Beteiligten in der Ukraine ihre Sicht der Dinge darzustellen und bemühen sich darum, gezielt Informationen aber auch Falschinformationen zu verbreiten. Als Korrespondent müsse man das immer im Hinterkopf haben.

"Ich habe von Anfang an versucht, möglichst viele Seiten zu hören, das Ganze dann zusammenzusetzen und zu benennen, was sind Indizien und was ist belegt."
Markus Sambale über seine Arbeit als ARD-Hörfunkkorrespondent in Kiew

Alles was man bekommt, müsse immer gegengeprüft werden, sagt Sambale, egal ob es um Videos oder Fotos geht. Oft sei das sehr schwierig und manchmal leider auch mit absoluter Sicherheit nicht zu klären.

Die Blick durch die Profibrille hilft

In den heißen Tagen in Kiew hatte Sambale ein ziemlich großes Arbeitspensum. Ohne die Unterstützung der Kollegen auch in Deutschland wäre das kaum schaffbar gewesen. Die viele Arbeit, sagt Sambale, habe ihm aber auch dabei geholfen, die Zeit in einem Krisengebiet mit Schüssen, vielen Toten und Verletzten durchzustehen.