Was sie hat, passt in zwei Taschen. Seit fünf Jahren reist Katharina Finke so um die Welt, ohne viel Besitz, ohne eigene Wohnung. Sie sagt: Das befreit mich von Verlustängsten und lässt mich offen auf die Welt schauen.

Für Katharina Finke ist Heimat da, wo sie Menschen in der Nähe hat, die sie mag und bei denen sie sich wohl fühlt. Im geografischen Sinne heißt das: Sie hat viele Orte auf der ganzen Welt, die sie als Heimat bezeichnen kann.

Katharina Finke sitzt zusammen mit ihrem Reisegepäck auf einer Decke
© David Weyand

Katharina (geb. 1985) reist seit fünf Jahren mit zwei Taschen um die Welt, hat keinen festen Wohnsitz, schläft mal hier, mal dort, passt auf Wohnungen auf, die gerade für ein paar Wochen leer stehen. Wichtig ist ihr, dass sie Miete, mindestens Nebenkosten bezahlt, sie möchte nicht als eine gelten, die sich ewig durchschnorrt. Manchmal ergeben sich Deals, dass sie zum Beispiel auf die Kinder aufpasst oder sich um Haustiere kümmert. Ihr Geld verdient sie mit journalistischer Arbeit für verschiedene Medien. Was sie damit verdient, reicht in der Regel, sagt sie. In manchen Städten hat sie auch schon gekellnert, um über die Runden zu kommen.

Eine wichtige Motivation für ihren Lebensstil ist Katharinas Bedürfnis, nicht viel zu besitzen. Sie braucht nicht viel, sagt sie, und selbst, wenn sie eine eigene Wohnung hätte, würde sie die nicht vollstellen.

"Wenn man loslässt, dann hat man weniger Verlustängste, und dadurch schaut man offener auf die Welt."
Katharina Finke

Katharina sagt, sie würde manche Dinge in fremden Wohnungen genießen, zum Beispiel ein schönes Bücherregal oder auch mal einen Fernseher mit Sky-Abo. Das hieße aber trotzdem nicht, dass sie diese Dinge auch selbst haben möchte. Wenn sie mal Kinder hat, könnte das vielleicht zu Konflikten führen - wenn die zum Beispiel das Prinzessinnen-Puppenhaus haben wollen.

In ihrem Buch "Loslassen - Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte" beschreibt Katharina viele Situationen ihrer bisherigen Reisen.