Fischer gelten gemeinhin nicht als der klassische Pferdetyp. Anders an den Stränden Ostbelgiens. Nur noch dort kann man das Pferdefischen bestaunen, das 2013 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erhoben wurde.

Bernard Debruyne ist einer der wenigen Pferdefischer, die es heute noch gibt. Er zählt 13 Kollegen. Sie alle gehen vor der Küste Ostbelgiens mit dem Pferd auf Krabbenjagd. Eine ungewöhnliche Methode des Fischfangs.

Ein altes, raffiniertes Handwerk

Die Pferde ziehen Bretter und ein Sacknetz hinter sich her über den Meeresgrund. Damit schrecken sie die scheuen, im Sand vergrabenen Tiere auf, die hochspringen und direkt im Netz landen.

Klingt raffiniert und einfach, aber das Fischen zu Pferd ist nicht ganz ungefährlich. Wind und Wellen sorgen für Löcher im Meeresboden, in die Pferde und auch Reiter geraten können. Verlieren die Pferde jedoch den Grund unter ihren Hufen, geraten sie rasch in Panik. Die Fischer brauchen dann viel Gespür und Geschick, um die Tiere zu beruhigen.

Doch bei allen Risiken: Bernard Debruyne liebt seinen Job. Er reitet gerne lange und allein durch die Wellen. Täglich ist er drei bis vier Stunden mit seinem Brabanter Jorka unterwegs - von April bis Juni und von September bis November.

Leben kann er vom Pferdefischen allein nicht. An guten Tagen holt er 25 Kilogramm Fische, Krabben und anderes Getier aus dem Meer, an schlechten sind es zwei Kilogramm. Doch das Handwerk des Pferdefischens wird nicht untergehen: Gerade lernt Bernard Debruyne seinem 17-jährigen Sohn das Wissen und Können darum.