Hegen und Pflegen reicht beim Basilikum nicht. Das Kraut will zusätzliche Streicheleinheiten. Dann wächst es besonders gut, sagt Bio-Gärtner Herbert Vinken.

Manche Gärtner haben einen grünen Daumen. In ihrer Obhut fühlt sich jede Pflanze wohl. Dass Pflanzen aber auf Streicheleinheiten besonders ansprechen, haben Forscher der TU Braunschweig beim Basilikum nachgewiesen.

Die Biologen Maria Pimenta Lange und Theo Lange haben das Gen entdeckt, das empfindlich auf Berührung reagiert. Wird es durch leichten Druck oder Streicheleinheiten aktiviert, bedankt sich die Pflanze mit mehr Ertrag. Deshalb gibt es sogar Streichelwagen mit herabhängenden Stofffetzen daran, die durch die Pflanzungen fahren und die Pflanzen streicheln sollen.

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Der Bio-Gärtner Herbert Vinken kann das nur bestätigen. Streicheln sei eine Methode, um das Wachstum unter Gewächshausbedingungen zu regulieren. "Wenn man das Basilikum streichelt, imitiert das einen Windzug, der draußen in der Natur da wäre", sagt der Gärtner. Dadurch berühren die Blätter andere Blätter. 

Diese Berührung hilft der Pflanze, ihr Wachstum zu kontrollieren. Fehlt die Berührung, wächst sie einfach in die Länge, bildet aber keinen stabilen Stamm aus. Die Berührung sorgt demnach dafür, dass die Pflanze sich sozusagen an einer Wachstumsgrenze ausrichtet.

"Die Pflanze stabilisiert sich, schießt nicht so in die Höhe, bekommt einen etwas dickeren Stengel, was ihr einen kompakteren Wuchs und ein gesünderes Aussehen verleiht."
Herbert Vinken, Bio-Gärtner

Durch das Streicheln beeinflusst der Gärtner die Höhe und die Breite der Pflanze. Das gleiche Ergebnis würde er auch erzielen, wenn er weniger düngt oder die Pflanze dem Sonnenlicht aussetzt, erklärt Herbert Vinken. Die Pflanzen entwickeln eine andere Qualität im Freiland und unter natürlichem Sonnenlicht, sagt der Bio-Gärtner. Das habe nicht in erster Linie etwas mit Bio oder nicht zu tun. Viele Bio-Gärtner würden auch das ganze Jahr unter Glas anbauen.

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Der Streichelwage" ist eigentlich der Gießwagen, der durchs Gewächshaus fährt und den Anbau bewässert. Manche Gärtner habe an den Gießwagen Stofffetzen befestigt, die die Pflanzen beim Gießen berühren. Die Methode sei aber schon weiterentwickelt worden. Inzwischen gibt es auch Gießwagen mit Druckluftdüsen. Statt zu gießen werden dann die Pflanzen angepustet. So wird der Wind im Freien imitiert.

Basilikum-Tipps für Zuhause

Für den Hausgebrauch rät Herbert Vinken:

  • so viel Licht wie möglich
  • nach dem Basilikum-Kauf im Supermarkt die Pflanze einmal bis zur Hälfte abernten
  • Pflanze auf vier Töpfe verteilen, weil die Supermarkt-Pflanzen auf zu engem Raum gepflanzt werden
  • Pflanzen in der Küche hinter der Fensterscheibe streicheln

Basilikum ist sehr lichtempfindlich und –bedürftig, stehen die Pflanzen aus dem Supermarkt zu eng, dann gehen sie unweigerlich ein.

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