Hilfsorganisationen versuchen, die Menschen in der Ukraine mit dem Nötigsten zu versorgen. Der Winter wird für die Menschen im Kriegsgebiet hart. Viktoria arbeitet als freiwillige Helferin und pausiert dafür ihr Studium. Kay hat sogar selbst eine Hilfsorganisation gegründet.

In den vergangenen Monaten haben Viktoria und Kay vor allem eins gemacht: Hilfe für die Menschen in der Ukraine organisiert. Viktoria hat ihr Medizinstudium pausiert, um beim Blau-Gelben Kreuz mitzuarbeiten, Kay hat eine Hilfsorganisation gegründet, die mit Privatflugzeugen Medizin an die ukrainische Grenze fliegt.

Ukraine Air Rescue kann schnell auf Notrufe reagieren

Erst vor Kurzem ist ein Notruf eingetroffen: Ein krebskrankes Kind in der Ukraine muss dringend in ein Krankenhaus ins niederländische Utrecht geflogen werden. Gleichzeitig benötigen andere Krebspatientinnen und Patienten in der Ukraine lebensnotwendige Medikamente. Für Kays Hilfsorganisation bedeutet das: schnell organisieren.

"Wir haben dann glücklicherweise noch von einem Privatpiloten ein zusätzliches Flugzeug bekommen, sodass wir 1,2 Tonnen Hilfsmittel an die ukrainische Grenze fliegen konnten", erzählt Kay. "Am Abend wurden dann das krebskranke Kind und seine Mutter nach Amsterdam geflogen und dann ins Krankenhaus nach Utrecht."

Kay Wolf von der Hilfsorganisation Ukraine Air Rescue
© Ukraine Air Rescue
Kay hat die Hilfsorganisation Ukraine Air Rescue gegründet

Zusammen mit einem Freund hat Kay im März die Ukraine Air Rescue ins Leben gerufen. Eine Hilfsorganisation, bei der Piloten mit Privatflugzeugen Medizin und medizinische Hilfsmittel an die ukrainische Grenze fliegen. Auf dem Rückflug nehmen die Piloten hilfsbedürftige Menschen aus der Ukraine mit.

"Wir haben gesagt, als wir Ukraine Air Rescue gegründet haben: Wir wollen nicht leer zurückfliegen."
Kay von der Hilfsorganisation Ukraine Air Rescue

"Da sind ältere Leute, 73 oder 74 Jahre alt, Frauen im Rollstuhl, die nie eine Chance gehabt hätten, bis nach Deutschland oder anderswo in Europa zu kommen", sagt Kay. Die Flüge von der ukrainisch-polnischen Grenze zurück nach Deutschland dauern je nach Flugzeug zwei bis fünf Stunden. Finanziert werden die Flüge aus eigener Tasche und durch Spenden. "Es gibt auch Unternehmer, die spenden den kompletten Flug mit Sprit und Maschine", sagt Kay.

Rucksäcke mit Medikamenten und Medizinprodukte für Feldärzte

Die Ukraine Air Rescue arbeitet mit verschiedenen Hilfsorganisationen zusammen, vor allem mit dem Blau-Gelben Kreuz in Köln. Das Blau-Gelbe Kreuz besorgt die Hilfsmittel, die in die Ukraine gebracht werden müssen. Gerade jetzt besonders wichtig: Speziell zusammengestellte Rucksäcke mit Medikamenten und Medizinprodukten, die Feldärztinnen und -ärzte bei der Versorgung der Soldatinnen und Soldaten nutzen.

Viktoria arbeitet als freiwillige Helferin bei der Hilfsorganisation Blau-Gelbes Kreuz in Köln
© Blau-Gelbes Kreuz
Viktoria ist freiwillige Helferin beim Blau-Gelben-Kreuz in Köln

Diese Rescue-Backpacks packt unter anderem Viktoria, die ehrenamtlich beim Blau-Gelben Kreuz mitarbeitet. Eigentlich promoviert Viktoria in Medizin - ihr Studium pausiert sie aber gerade, um den Menschen in der Ukraine zu helfen.

"Es gibt jetzt keine Zeit für Erholung."
Viktoria, freiwillige Helferin beim Blau-Gelben Kreuz

Auch Generatoren für den nahenden Winter sind im Moment extrem wichtig, sagt Viktoria. Vor allem, weil Russland große Teile der Energieinfrastruktur in der Ukraine zerstört hat. "Der Krieg geht weiter und dieser Winter wird hart sein, das sagen jetzt schon viele", berichtet Viktoria.

Durch die Flüge der Ukraine Air Rescue können viele Hilfsgüter schnell und unbürokratisch dorthin geliefert werden, wo sie gebraucht werden. "Wir können so dringend benötigte Sachen transportieren, zum Beispiel Medikamente, die gekühlt werden müssen", sagt Viktoria.

"Es kommt häufiger die Frage, ob man das nicht mit einem LKW hinbringen kann. Ja, kann man, aber der LKW braucht mehrere Tage."
Kay über die Hilfslieferungen per Flugzeug

Was Viktoria und Kay angesichts der Lage in der Ukraine Hoffnung gibt und wie jeder und jede Einzelne den Menschen in der Ukraine helfen kann, hört ihr im Deep Talk Podcast oder wenn ihr oben auf den Play Button klickt.

Viktoria und Kay beim Deep Talk
© Deutschlandfunk Nova
Viktoria und Kay beim Deep Talk
  • Deep Talk
  • Moderatorin:  Rahel Klein
  • Gesprächspartnerin:  Viktoria, freiwillige Helferin beim Blau-Gelben-Kreuz in Köln
  • Gesprächspartner:  Kay, Gründer von Ukraine Air Rescue