Bis die Flüchtlinge deutschen Boden erreicht haben, haben sie schreckliche Kriegs- und Fluchterlebnisse hinter sich. Doch für die schwer traumatisierten Menschen gibt es zu wenig psychologische Hilfe.

DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt hat sich mit Mohammed unterhalten. Er ist 26 Jahre alt und kommt aus Aleppo. Seit einem Jahr lebt Mohammed in Deutschland. Und genauso lang war auch seine Flucht aus Syrien.

"Im Krieg in Syrien hab ich viel Gewalt erlebt. Panzer und Flugzeuge haben uns beschossen, Häuser wurden zerstört."
Mohammed, Flüchtling aus Syrien

Mohammed erträgt den Krieg nicht mehr und flieht. Doch die Bilder von erschossenen Menschen und den Tragödien auf der Flucht lassen ihn nicht mehr los. Permanent versucht er sich zu beschäftigen, um nicht ständig an die Ereignisse zu denken. Mohammed ist einer der wenigen, die im "Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge" in Düsseldorf betreut werden. Hier bekommt er psychologische Hilfe, um seine Traumata zu überwinden.

"Das augenscheinlichste Symptom ist, dass traumatische, extrem belastende Erfahrungen immer wieder erlebt werden. Also meistens in Albträumen oder so genannten Flashbacks."
Michael Hoshino, Therapeut

Therapeuten, die Flüchtlinge betreuen, sehen sich besonderen Herausforderungen gegenüber. Meist benötigen sie einen Dolmetscher, um sich mit dem Patienten verständigen zu können. Meist helfen sie auch, wenn es um den Asylantrag geht und schreiben Gutachten für die Behörden, die über Abschiebung oder Bleiberecht entscheiden. Vornehmliches Ziel ist, die Patienten zu stabilisieren und ihnen Techniken an die Hand zu geben, mit denen sie in der Lage sind, ihr Trauma zu kontrollieren.

Asylbewerber sind über die Sozialämter versichert. Nicht alle sind bereit, eine Therapie zu finanzieren. Gemeinnützige Einrichtungen wie das "Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge" versuchen solche Lücken zu schließen.

Mehr über die Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge:

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