Unser Game-Tipp: Im Krimi-Game "Pentiment" geht es um den Künstler Andreas Maler, der in einem spätmittelalterlichen Dorf einen Mord in einer Abtei aufklären will. Und das entpuppt sich als extrem spannend.

Wir befinden uns mitten in Südbayern, im kleinen fiktiven Dörfchen Tassing. Es ist das Jahr 1518. Da fängt so langsam die Renaissance an, aber in Tassing ist das Mittelalter noch nicht ganz vorbei.

Im Skriptorium der Abtei namens Kiersau arbeitet der Künstler Andreas Maler. Er malt aufwendige Zeichnungen in Bücher. Mit dem Abt hat er so seine Probleme, der ihn ständig maßregelt, obwohl Andreas kein Mönch ist.

"Das ganze Spiel sieht aus wie diese Zeichnungen: Die Spieler und Spielerinnen spielen 'Pentiment' also in solchen mittelalterlichen Holzschnitten und Buchillustrationen."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gameexperte

Gamedesigner Josh Sawyer wollte unbedingt ein Spiel in Holzschnitt-Optik machen, das in der Renaissance angesiedelt ist, und über Luther, Künstler wie Albrecht Dürer und Philosophie erzählen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Gameexperte Thomas Ruscher.

Der Einstieg ins Spiel ist sperrig

Zu Anfang habe er nicht so viel von dem Spiel erwartet. "Pentiment" ging zunächst auch "furchtbar zäh und langweilig los", sagt Thomas. Denn das Spiel möchte, dass wir ganz schnell eine Menge Figuren kennenlernen. "Aber nach ein, zwei Stunden wird es dann richtig spannend!"

"Wenn du ein bisschen Lust auf eine spätmittelalterliche Krimi-Geschichte hast, solltest du unbedingt reinspielen und bis zum Mord am Baron aushalten. Dann erlebst du eine wunderbar spannende Geschichte."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gameexperte

Der Baron Lorenz von Rothvogel besucht eines Tages die Abtei. Das sorgt für Aufregung, viele mögen ihn nicht. Und vor seiner Abreise wird er dann tot aufgefunden. Der alte Mönch Piero ist als erster am Tatort. Der Abt der Abtei will den Mord vertuschen.

Ein alter Mönch scheint verdächtig

Im Verlauf der Geschichte gerät der alte Mönch Piero in Verdacht. Der Abt will ihn ausliefern, doch für Andreas ist klar, dass Piero unschuldig ist. Er will den wahren Mörder finden und nimmt sich die anderen Tatverdächtigen vor.

"Reden, reden, reden: Das Spiel besteht fast nur aus Dialogen. Andreas versucht so herauszufinden, wer ein Motiv hat, wer ein Alibi hat und so weiter."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gameexperte

War der jähzornige Steinmetz der Täter? Oder die alte Witwe, die einen Hass auf die Kirche hat? Auch der Leiter des Skriptoriums benimmt sich sehr verdächtig. Doch wir haben nicht ewig Zeit: Im Spiel bleiben uns nur wenige Stunden, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. "Ich fand es dann super spannend und wollte herausfinden, wer der echte Mörder ist", sagt unser Gameexperte.

Gewissheit gibt es am Ende nicht

"Ich wollte alle Beweise und Informationen finden, meinen Hauptverdächtigen dingfest machen" – und dafür hat Thomas sich eine Menge einfallen lassen: Er hat sich durch das Dorf und die Abtei geklickt, einen nächtlichen Einbruch in die Bibliothek unternommen, einen Mönch belogen, damit er ein Grab ausbuddelt. "Am Ende konnte ich aber nur vermuten, wer der Täter oder die Täterin ist."

Das Krimi-Spiel "Pentiment" über einen Mord im 16. Jahrhundert gibt es für den PC und die Xbox.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gameexperte