Silikon statt Latex und Fernsteuerung per App - der Fortschritt macht auch nicht vor Sextoys halt. Der große Vorteil: Wer sie ausprobieren will, muss nicht mehr in der Bahnhofskaschemme vorbeischauen.

Das Sexspielzeugangebot geht inzwischen deutlich über den fleischfarbigen möglichst originalgetreuen Gummi-Penis hinaus. Spätestens seit "Sex and the City" und "Fifty Shades Of Grey" muss man sich auch nicht mehr verschämt in die dunkle Kaschemme hinter den Bahnhof verziehen, um Sexspielzeuge zu kaufen, sondern kann das wahlweise im Internet oder einer Vielzahl freundlich eingerichteter Läden machen.

Produkte für Frauen boomen

"Mittlerweile sind bereits mehr als 60 Prozent unserer Kunden weiblich und 80 Prozent der Produkte für Frauen - Tendenz steigend", heißt es beispielsweise bei Beate Uhse. Ähnlich äußert sich die Konkurrenz der Fun Factory. Beide bemerken eine steigende Nachfrage bei Partnertoys, also Spielzeugen, mit denen beide Partner beim Sex gleichermaßen zusätzlich stimuliert werden.

"Die lassen sich inzwischen sogar per App steuern", erzählt Diane-Sophie Durigon, die seit etwa drei Jahren Le Pop Lingeri in Köln hat und sieht darin vor allem einen Vorteil für Paare, die sich nicht allzu oft persönlich sehen und dadurch auch ferngesteuert zusammen Spaß haben können.

Latex war gestern

Der gemeinsame Spaß steht auch bei Other Nature in Berlin-Kreuzberg im Fokus. Als "Feministisch, queer- orientierter, umweltfreundlicher veganer Sexshop" beschreiben sie sich selbst. Wer die Spielzeuge gerne mal anfassen möchte und mehr Informationen dazu haben möchte, kann hier Workshops buchen. Außerdem gibt es ausführliche Beratung zu Materialfragen. Von Plastik und Latex sollte man bei Toys absehen und dafür Produkte aus Silikon kaufen, die - sind sich alle Vertriebsstellen einig - fühlen sich besser an, sind schadstoffärmer und lassen sich besser pflegen.