In Sachen Geld ist Schweden ein echter Vorreiter: In Stockholm wurde das Papiergeld erfunden, und jetzt will die schwedische Zentralbank, die älteste der Welt, eine staatliche Kryptowährung einführen. Ab 2019 soll es in Schweden die E-Krone geben.

Die Schweden sind schon recht weit, was das bargeldlose Bezahlen angeht. Mehr als 80 Prozent der Transaktionen erfolgen online, per App oder Kreditkarte. Selbst die Kollekte in der Kirche funktioniert bargeldlos. Deshalb scheint es fast logisch, dass die schwedische Zentralbank sich Gedanken über eine Kryptowährung macht.

"Sogar die Kirche nimmt die Kollekte in vielen Fällen mittlerweile bargeldlos entgegen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Zweijähriger Test für E-Krone

Die geplante E-Krone soll darum ab 2019 für zwei Jahre in der Praxis getestet werden. Ziel der E-Krone: eine vom Staat garantierte Zahlmethode in der bargeldlosen Welt.

In der Praxis werden vermutlich Prepaid-Karten eingesetzt, mit denen bezahlt werden kann. Dafür müsste dann jeder Nutzer zusätzlich ein Konto bei der schwedischen Zentralbank haben.

Anders als bei den Bitcoins wird es bei der E-Krone keine vollständige Anonymität geben. Vermutlich werden sich kleine Beträge anonym übermitteln lassen, aber bei größeren wird die Zentralbank Daten fordern, um Geldwäsche oder Terrorfinanzierung zu unterbinden, sagt unser Reporter Andreas Noll.

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Bargeld wird nicht vollständig abgeschafft

Ganz soll das Bargeld aber auch künftig nicht abgeschafft werden - laut Zentralbank soll es weiterhin für Notfälle - etwa einen Ausfall der digitalen Geldsysteme - im Umlauf sein. Allerdings entwickelt sich Schweden immer mehr zu einem bargeldlosen Land. An manchen Geschäften klebt schon das Schild "Bargeldloses Geschäft". Bei dieser Entwicklung könnte Schweden 2025 ganz auf Bargeld verzichten.

Das erste Land, das eine Digitalwährung eingeführt hat, war Venezuela Anfang 2018. Hintergrund ist aber ein ganz anderer: wirtschaftlich ist Venezuela in einem desolaten Zustand. Das Land wollte sich mit der neuen Währung retten, was bislang nicht geklappt hat. Außer in Schweden gibt es auch in Großbritannien, Russland und Estland Überlegungen, eine Kryptowährung einzuführen.

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