Ob Männchen oder Weibchen - bei Küken entscheidet diese Frage auch weiterhin über Leben und Tod, denn das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass das Küken-Schreddern weiter erlaubt bleibt.

Die Richter begründen ihre Entscheidung damit, dass sie sagen: Das Gesetz erlaubt das Töten der männlichen Küken, wenn es einen vernünftigen Grund gibt. Und den sehen sie darin, dass es für die Brütereien der Aufwand zu groß ist, die männlichen Küken selbst aufzuziehen. 48 Millionen Küken werden jedes Jahr wegen ihres Geschlechts gleich nach dem Schlüpfen getötet.

"Mehrere Politiker wollen das abschaffen. Nordrhein-Westfalen hat mit seinem Verbotsversuch ja das Gerichtsverfahren gestartet."
Britta Wagner, DRadio Wissen

Bundesagrarminister Christian Schmidt will das Küken-Schreddern zwar nicht verbieten, er will es aber auch nicht so weiter laufen lassen wie bisher. Er setzt auf Alternativen. Aber welche könnten das sein? Im Gespräch ist zum einen das Zweinutzungshuhn, also Hühnerarten, bei denen die Weibchen als Legehennen genutzt werden und die Männchen als Masthähnchen. Zum anderen gibt es die Idee, schon im Ei das Geschlecht des Hühnernachwuchses festzustellen.

Gebrütet wird erst nach dem Ei-Scan

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft findet die Idee, die Eier erst zu untersuchen, gut. Dazu gibt es ein Forschungsprojekt, das bis zum nächsten Jahr einen Prototyp fertig haben will. Funktionieren würde das so: Ein Laser schneidet ein kleines Loch in die Eierschale. Ein spezielles Mikroskop, das mit Lichtwellen arbeitet, misst dann die Länge der Geschlechtschromosomen im Ei, und auf diese Weise kann zu circa 90 bis 95 Prozent festgelegt werden, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Männchen würden von dem Gerät dann direkt aussortiert.

"Ab dem dritten Tag kann das Geschlecht im Ei bestimmt werden. Der Embryo hat da noch keine Schmerzen."
Britta Wagner, DRadio Wissen

Etwa eine halbe Minute dauert der Scan im Ei. Erste Küken, mit denen das System getestet wurde, sind schon geschlüpft. Die Methode klingt für viele aus der Branche vielversprechend. Zwei bis drei Jahre wird noch geforscht. Danach soll diese Methode aber in der Praxis eingesetzt werden.


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