Gesichtserkennung ist omnipräsent am Bahnhof, im Smartphone oder im Netz. Unser Netzbastler testet die Technik für den Hausgebrauch – auch, um Gesichter unerkennbar zu machen.

Netzbastler Moritz Metz hat eine alte Überwachungskamera eines Bahnhofs zerlegt. An dieser Kamera testet er verschiedene Gesichtserkennungstechnologien – unter anderem auch eine, die Amazon nutzt.

Gesichtserkennung funktioniert heute oftmals über die Cloud, wo zum Beispiel der Anbieter Amazon nicht nur einen Promo-Detektor anbietet oder bei allen hochgeladenen Gesichtern Analysen zu Geschlecht, Brillen und Gesichtsbehaarung anstellt, sondern auch "Fröhlichkeit", "Irritation" oder "Ekel" in Gesichtern erkennen will - einfach als billige Dienstleistung für jedermann - darunter auch diverse US-Polizeibehörden.

Gesichtserkennung schwer gemacht

Mit einem Dutzend Studiogästen, Studentinnen und Studenten des Seminars "Playful Radio" der Humboldt Uni in Berlin erprobt Moritz auch einen künstlerischen Ansatz, ein Gesicht für KI mit einem kontrastreichen Klebeband unerkennbar zu machen.

Denn auch Bastler beherrschen Offline-Gesichtserkennung, meistens mit speziellen Werkzeugkästen wie OpenCV und TensorFlow. Sogar der streichholzschachtelkleine Mini-Chip ESP32-CAM kann Gesichter erkennen und kostet nur 20 Euro inklusive Kamera.