Musikgenres kommen und gehen, und jedes Jahr klingt gefühlt alles irgendwie anders. Ein britischer Evolutionsforscher hat jetzt herausgefunden: Richtige Musik-Revolutionen gibt es überaus selten.

Der britische Wissenschaftler Armand Leroi, eigentlich Evolutionsbiologe, hat sich auf das Feld der Musikgeschichte gewagt und wollte in einer Studie herausfinden, wie sich unsere Popkultur seit den 60er-Jahren verändert hat. Entgegen dem subjektiven Empfinden, das manche von uns vermutlich haben, kam heraus: Die Popmusik ist erstaunlich konstant geblieben, und es gab nur drei große Musik-Revolutionen, die die Musikgeschichte seit den 60er-Jahren beeinflusst hat.

Untersuchung mit 17.000 Popsongs

17.000 Popsongs aus den US Top 100 der Jahre 1960 bis 2010 hat der Biologe Armand Leroi auf ihre einzelnen Eigenschaften wie beispielsweise den Rhythmus oder die Instrumentalisierung hin untersucht.

"We measured the chords and the rhythms and the and the kinds of instruments that were played. And we put this all into one great big analysis."
Armand Leroi, Evolutionsforscher

Mit einem "Revolutions-Detektor", den er für die Forschung kreiert hatte, konnte er die Entwicklung und Veränderung der einzelnen Trends genau erkennen.

"And we could see the rise and fall and rise and fall of rock and roll. We could see the long, slow decline of jazz. We could see the rise of hip hop. All this."
Armand Leroi, Evolutionsforscher

Schlug der "Revolutions-Detektor" stark aus, war für Armand Leroi klar: Hier muss es große Veränderungen gegeben haben, also eine Revolution.

Hip Hop als größte Veränderung in der Popkultur

Für Leroi gibt es nach dieser Untersuchung in den letzten fünfzig Jahren nur drei große Revolutionen:

  • 1964: Rock’n Roll
  • 1981: Synthesizer und Drum Machine
  • 1991: Hip Hop

Die größte Revolution für Armand Leroi war der Hip Hop. Denn diese Musik hat mit ihrer völlig neuen Machart und ihrem Sprechgesang den "Revolutions-Detektor" besonders hoch ausschlagen lassen.

Musikrichtungen wie der Elektropunk fielen eher unter die Kategorie "Musik mit Schlagzeug, Gitarre und Synthesizer" - also nur eine abgewandelte Mischung von bereits dagewesener Musik.

Popmusik ist überraschend konstant

Für die Veränderung der Musiktrends bedeutet diese Erkenntnis: Obwohl sich Lieder über die Jahrzehnte hin verändern, bleiben die Grundzüge der Popmusik mehr oder weniger immer gleich.

"Any individual song, any of you know, gets boring after a while. What we seem to like is variance, variance on a given theme and these themes, as it were, remain constant over long periods of time."
Armand Leroi, Evolutionsforscher

Damit uns aber bei all der Konstanz also nicht langweilig wird, lässt sich die Popmusik immer neue Variationen einfallen. Wer aber genau hinhört, wird viel altes wiedererkennen.