Bevor wir im Netz was kaufen oder buchen, checken Dreiviertel von uns vorher die Kundenbewertungen. Viele davon sind aber schlicht gefälscht. Wir haben Tipps, wie ihr solche Fake-Bewertungen erkennt.

Offizielle Zahlen, wie viele Kundenbewertungen wirklich gefälscht sind, gibt es nicht. Untersuchungen gehen aber davon aus, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Bewertungen nicht echt sind. Die zu erkennen wird immer schwieriger, weil auch die "Fakes" immer professioneller werden, sagt DRadio-Wissen-Reporter Dominik Evers. Oft stecken sogar Agenturen dahinter.

"Mittlerweile werden sogar extra Rechtschreibfehler in die Texte eingebaut, damit sie authentisch wirken. Sind allerdings nur Rechtschreibfehler drin, spricht das auch eher für ein Fake."
DRadio-Wissen-Reporter Dominik Evers über die Masche von Fake-Bewertern im Netz

Skeptisch sollten wir außerdem werden, wenn sich die Rezension so anhört, als würde sie aus der Feder einer Werbeagentur stammen. "Oder in der Bewertung steht, wie sehr doch auch Partner, Freunde oder andere Familienmitglieder begeistert sind", sagt Dominik Evers. "Gerade bei Restaurantbewertungen ist das verdächtig." Auch wenn bei eher schlechten Bewertungen ganz plötzlich viele gute auftauchen, könnte das für einen Fake sprechen. Insgesamt gilt: Je mehr Bewertungen es gibt, desto realistischer ist das Gesamtbild, sagt Dominik Evers.

Fake-Bewertungen rausfiltern

Wenn der Autor regelmäßig Bewertungen für ganz unterschiedliche Produkte, Restaurants oder Hotels schreibt und sich gute und schlechte Rezensionen abwechseln, dann ist das ebenfalls ein gutes Zeichen für eine seriöse, echte Bewertung.

Große Bewertungsportale wissen um das Problem und versuchen, gegen die gefälschten Rezensionen vorzugehen. Bei manchen Portalen können Bewertungen gemeldet werden, außerdem gibt es softwarebasierte Anwendungen, bei denen verdächtige Kritiken auffallen: "Ist zum Beispiel immer die gleiche IP-Adresse der Absender oder gibt es wortgleiche Bewertungen?", sagt Marie-Theresa Weber von Bitkom. "Solche Fehler können dann schon maschinell rausgefiltert werden."

Restrisiko bleibt

Politiker wie die hessische Verbraucherschutzministerin fordern aber auch, dass Internetplattformen dazu verpflichtet werden sollen, falsche Bewertungen zu löschen.

Doch bei allen Bemühungen - ein gewisses Restrisiko bleibt immer, sagt Marie-Teresa Weber von Bitkom.

"Man kann nicht jede einzelne Fälschung erkennen. Die Portale müssen auch selber rechtssicher agieren. Wenn sie dann im vorauseilenden Gehorsam einfach auf den Verdacht hin zu viele Bewertungen löschen, dann würden sie sich auch wieder haftbar machen.“
Marie-Teresa Weber von Bitkom