Spektakuläre Wende: Cornelius Gurlitt will die Raubkunst aus seiner Sammlung zurückgeben. Warum? "Er begreift vielleicht erst jetzt, wie problematisch die Sammlung ist“, sagt der Journalist Georg Mascolo.

Unrechtsbewusssein? Lange Zeit war bei Cornelius Gurlitt davon nur wenig zu bemerken. Obwohl Teile der Sammlung, die er von seinem Vater übernommen hatte, während der NS-Diktatur von jüdischen Sammlern nicht freiwilllig verkauft worden waren.

Nun gibt es eine neue Entwicklung: Gurlitt will alle Kunstwerke, die aus "jüdischem Besitz gestohlen oder geraubt wurden, an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben". Das bestätigte Gurlitts Rechtsanwalt der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR.

"Cornelius Gurlitt hat angekündigt, dass die Raubkunst in seiner Sammlung komplett zurückgegeben werden soll. Ich erwarte, dass sich Gurlitt an dieser Aussage in Zukunft messen lässt."
Georg Mascolo, Journalist

Der NDR-Journalist Georg Mascolo hatte nun die Möglichkeit, einen Blick auf die Sammlung Gurlitt zu werfen: "Ich hatte das Gefühl ein Museum zu betreten." Darunter waren Werke von Rodin, Picasso, Munch und Liebermann. "Der Unterschied war, dass diese Bilder nicht an der Wand hingen, sondern auf Tischen lagen."

Mascolo geht davon aus, dass Gurlitt erst allmählich bewusst werde, dass zumindest Teile der Sammlung problematisch seien. "Er hat vor der Entdeckung ein eremitisches Leben geführt", sagt Mascolo - das Interesse der Medien habe Gurlitt überfordert. Direkter Kontakt zu dem Kunstsammler sei zurzeit kompliziert - denn nach einer Herz-Operation gehe es ihm nicht gut.