Wenn plötzlich Kunstwerke auf Dachböden oder in Kellern auftauchen, können das echte Schätze sein. Oder einfach nur Schrott. Wir versuchen den Preis trotzdem so hoch wie möglich zu treiben. Experte Christian Saehrendt gibt uns Tipps, wie wir mit unseren Bildern aus dem Kunstunterricht in die Liga der Auktionshäuser und Kunstmessen aufsteigen.

"Wenn du sagst, das ist Hobbykunst, dann wirst du auch nur Hobbykäufer finden - also einen schlechten Preis erzielen."
Christian Saehrendt, Kunsthistoriker und Autor

Vom Verkauf seiner eigenen Kunst konnte Christian Saehrendt nicht leben - deswegen guckt er jetzt eher von außen auf den Kunstmarkt-Zirkus und schreibt Bücher darüber. Für Moderator Thilo Jahn hat er ein paar Tipps parat, wie er das Hobby-Kunstwerk der Schwiegermutter oder eine jugendliche Kreativitätssünde aus dem Kunstunterricht verscherbelt - und auch noch anständige Preise erzielt.

  • Rat Nummer eins: Einfach bluffen. Zum Beispiel indem man das Bild in das Werk eines berühmten Künstlers einordnet. Oder
  • Rat Nummer 2: Eine interessante Story drum herum stricken, zum Beispiel eine Story, die interessanter ist, als das Werk selbst: "Der Künstler, der das gemacht hat, der ist danach auf grauenhafte Art ums Leben gekommen oder spurlos verschwunden."
"Der dramatische biografische Kontext kann wertsteigernd wirken - auch wenn das Kunstwerk eigentlich öde ist."
Christian Saehrendt, Kunsthistoriker und Autor
  • Rat Nummer 3: Und das Wichtigste: Weg vom Peanuts-Markt! Zum Beispiel einen Gutachter anständig dafür bezahlen, dass er einem Werk einen bestimmten Wert zuordnet.

Christian Saehrendt ist Historiker und Kunsthistoriker und hat unter anderem das Buch "Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst" geschrieben. Er lebt am Thuner See in der Schweiz.