In Los Angeles kommt am 26.03.2015 ein Bild unter den Hammer, das von Adolf Hitler stammen soll. Das Auktionshaus Nate D. Sanders versteigert ein im Jahr 1912 angefertigtes Stillleben des späteren Diktators. Es zeigt eine blaue Vase mit Blumen.

Die Auktion bei Nate D. Sanders startet bei 30.000 Dollar. Der Kunstmarkt sei die reinste Form der Marktwirtschaft - gut denkbar also, dass der Preis für das Hitler-Aquarell am Ende über 100.000 Dollar liegt, sagt Kunstexperte Stefan Koldehoff.

"Den typischen 'Hitler'-Stil gibt es nicht. Er hat das gemalt, womit sich Geld verdienen ließ. Bevor er Politiker und Verbrecher wurde, hat er sich als Postkarten-Maler versucht."
Stefan Koldehoff, Kunstexperte

"Nettes kleines Bildchen"

Das Aquarell ist ordentlich gemacht, sagt Koldehoff. Hitler konnte mit Farben umgehen, und auch die Perspektive stimmt. Wer die Käufer solcher Bilder sind, bleibe unbekannt. Es gebe Vermutungen, es könnten ewig Gestrige sein. Auf keinen Fall handele es sich um etablierte Kunstsammler oder seriöse Museen, so Koldehoff.

"Das ist ein ganz nettes kleines Bildchen, aber es ist natürlich auf gar keinen Fall 30.000 Dollar wert. Da müssen schon irgendwelche andere Faktoren mit reinspielen."
Stefan Koldehoff, Kunstexperte

Wie oft werden heute noch Hitler-Bilder verkauft?

Das kommt relativ häufig vor, sagt Koldehoff. Weil doch immer mal wieder etwas auf dem Dachboden auftaucht. Zuletzt sei das 2014 in Nürnberg der Fall gewesen, als zwei ältere Damen Hitler-Gemälde fanden. Die wollten die Bilder aber höchst ungern behalten - und haben einen Teil des Erlöses nach der Versteigerung an eine Initiative für behinderte Kinder gespendet.

Bilder wanderten in die USA

Wahnsinnig viele Bilder seien nach dem Krieg auch in die USA transportiert worden - die GIs hätten "alles eingepackt, was nicht niet- und nagelfest war", so Koldehoff. Porzellan aus der Reichskanzlei, Urkunden, Orden, und eben auch die Hitler-Aquarelle.

"Die Bilder gehen dann über Erbschaft an die Kinder und Enkel der Soldaten. Die wollen nichts mehr damit zu tun haben. Und eine Reihe von Auktionshäusern bieten so etwas dann regelmäßig an."
Stefan Koldehoff, Kunstexperte