Ein paar Wochen im Jahr ist der Job von Tim Steiner: Rumsitzen. Zum Beispiel im Museum. Er ist ein Kunstwerk, genauer gesagt sein Rücken. Das Verfügungsrecht darüber hat Tim für 150.000 Euro verkauft.

Tim Steiner arbeitet in einem Tattoo-Studio. Als ihm seine Freundin erzählte, dass ein Künstler jemand tätowieren will und dass es dabei auch noch um den Verkauf des Körpers geht, wurde er aufmerksam.

Tim traf sich mit Wim Delvoye, er hat das Kunstwerk erschaffen. Das ist der Rücken mit dem Tattoo, das ist aber auch das komplette Konzept, das dahinter steckt: Denn Tim ist ein lebendes Kunstwerk, das manchmal wochenlang in einem Museum sitzt und sich begucken lässt.

Irgendwann kam Rik Reinking ins Spiel. Er ist Kunstsammler und hat das Verfügungsrecht über Tim gekauft.

"Und dann traf Rik eine Sammlerin, die er kannte, und er hat ihr dieses Projekt erklärt. Und die hat gesagt: Rik, tu' das nicht, das trägt die Handschrift des Teufels. Und mit dieser Aussage hat er sich für die Arbeit entschieden."
Das lebende Kunstwerk Tim Steiner über seinen Käufer Rik Reinking, Kunstsammler aus Hamburg.

Tim war schon im Louvre ausgestellt und im australischen Tasmanien. Zwischen ihm, dem Künstler Wim Delvoye und dem Käufer Rik Reinking gibt es einen Vertrag. Darin steht: Tim darf jederzeit aussteigen. Doch das will er gar nicht. Der Plan ist: Tim ist sein Leben lang Kunstwerk. Und wenn er stirbt, wird die Rückenhaut mit dem Tattoo eingerahmt und dem Käufer oder dessen Erben überreicht. Sie sind schließlich die Eigentümer der Körperbemalung.

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  • Tattootim | Das Blog von Tim Steiner